Entwicklung der Geschäftsfelder

Geschäftsfelder im Systemverbund Bahn

Entwicklungen auf den relevanten Märkten

Deutscher Personenverkehrsmarkt

Personenverkehrsmarkt in Deutschland
(in % auf Basis der Verkehrsleistung)

Wachstumsrate

Marktanteil

2020

2019

2020

2019

Motorisierter Individualverkehr

12,0

+0,4

89,1

83,4

Schienenpersonenverkehr

43,3

+2,3

6,3

9,1

     DB-Konzern

44,6

+1,2

5,2

7,8

     Konzernexterne Bahnen

35,9

+8,6

1,1

1,4

Öffentlicher Straßenpersonen­verkehr

45,0

+0,0

4,4

6,6

    DB-Konzern

34,9

6,9

0,5

0,6

Luftverkehr (innerdeutsch)

73,9

1,5

0,3

0,9

Gesamtmarkt

18,0

+0,5

Die Daten für die Jahre 2019 und 2020 entsprechen den per Februar 2021 verfügbaren Erkenntnissen und Einschätzungen. Die Wachstumsraten für den Gesamtmarkt je Verkehrsträger sind gerundet.

Die Corona-Pandemie hatte 2020 gravierende Aus­wirkungen auf den zuletzt wachsenden deutschen Personenverkehrsmarkt: Kontakt- und Reisebeschrän­kungen führten zu einer drastischen Drosselung der Nachfrage. Menschen bevorzugten tendenziell Individualverkehre zulasten öffentlicher Verkehrsmittel. Anbieter verringerten daher ihr Angebot oder unterbrachen es zeitweise vollständig. Ausmaß und Dyna­­mik der Entwicklung fielen in den einzelnen Marktseg­menten allerdings unterschiedlich aus:

  • Der motorisierte Individualverkehr (MIV) ging zeitweise um bis zu 40% in Großstädten und 60% auf Bundesautobahnen zurück. Er profitierte im Jahresverlauf jedoch von infektionsschutzbedingten Präferenzen für Individualverkehre, einem starken Trend zu Urlaub in Deutschland und niedrigen Kraftstoffpreisen. Im Sommer 2020 erreichte er vorübergehend schon wieder das Vorjahresniveau und steigerte seinen Marktanteil deutlich.
  • Im innerdeutschen Luftverkehr gab es bereits zu Beginn 2020 ein deutlich ausgedünntes Angebot. Mit der Corona-Pandemie brach die Verkehrsleistung um bis zu 99% ein. Die Lufthansa-Gruppe verringerte ihr Flugprogramm massiv, easyJet stellte innerdeutsche Flugverbindungen dauerhaft ein. Aufgrund einer äußerst langsamen Erholung von Ange­bot und Nachfrage schrumpfte der Marktanteil.
  • Der SPV ging durch ausbleibende Nachfrage nach Pendler-, Privat- und Geschäftsreisen punktuell um bis zu 90% zurück. Ein Grundangebot wurde durchgängig aufrechterhalten.
    • Der SPNV verzeichnete spürbare Verluste durch feh­­lende Privat- und Pendlerfahrten. Die Entwicklung traf konzerninterne und -externe Bahnen gleichermaßen, fiel aber dabei regional stark unterschiedlich aus.
    • Der SPFV startete durch die Mehrwertsteuerab­sen­kung für Fernverkehrstickets und Angebotserweiterungen mit substanziellen Zuwächsen in das Jahr 2020. Die Corona-Pandemie führte dann zu erheblichen Verlusten durch stark zurückgehende Privat- und Geschäftsreisen. FlixTrain setzte sein Angebot mehrere Monate aus. Der positive Nachfrageanstieg im Sommer wurde durch die Reisebeschränkungen der zweiten Co­­­ro­na-Welle wieder gestoppt.

Der Marktanteil war insgesamt deutlich rückläufig.

  • Der öffentliche Straßenpersonenverkehr (ÖSPV) litt massiv unter entfallenden Privat- und Pendlerfahrten.
    • Im Nahverkehr sank die Nachfrage in vielen Städ­­­ten und Gemeinden vorübergehend um bis zu 90%. Der Einbruch betraf konzerninterne und -externe Anbieter gleichermaßen. Unterstützt durch die Aufgabenträger wurde jedoch jederzeit ein stabiles Grundangebot gewährleistet.
    • Der Buslinienfernverkehr kam mehrere Monate zum Erliegen. FlixBus, BlaBlaBus und Pinkbus nah­­men zeitweise ein eingeschränktes Angebot wieder auf, Roadjet startete als neuer Anbieter mit Luxusbussen.

Der Marktanteil sank insgesamt substanziell.

Deutscher Güterverkehrsmarkt

Güterverkehrsmarkt in Deutschland
(in% auf Basis der Verkehrsleistung)

Wachstumsrate

Marktanteil

2020

2019

2020

2019

Schienengüterverkehr

6,1

0,6

18,2

18,5

     DB-Konzern

7,1

4,7

7,8

8,0

     Konzernexterne Bahnen

5,4

+2,7

10,4

10,5

Straßengüterverkehr

3,1

0,1

72,4

71,6

Binnenschiff

9,5

+8,6

6,9

7,3

Rohrfernleitungen

4,2

+2,4

2,5

2,5

Gesamtmarkt

4,2

+0,4

Die Daten für die Jahre 2019 und 2020 entsprechen den per Februar 2021 verfügbaren Erkenntnissen und Einschätzungen.

Nach der bereits im Vorjahr verzeichneten Abschwächung der Transportnachfrage infolge der Konjunkturabkühlung und der rückläufigen Industrieproduktion hat sich diese Entwicklung zum Jahresauftakt 2020 fortgesetzt. Sie führte bereits vor den im März 2020 einsetzenden Corona-Maßnahmen zu einem verkehrsträgerübergreifenden Leistungsrückgang. In den Folgemonaten April und Mai 2020 waren Nachfrageeinbrüche im zweistelligen Prozentbereich zu verzeichnen, wobei sich die Entwicklungen in den einzelnen Branchen von zum Beispiel einer starken Betroffenheit der Automobil-/Stahlindustrie bis zu einer stabilen beziehungsweise positiven Entwicklung in der Bauindustrie deutlich unterschieden. Entsprechend der Branchenbedeutung für die einzelnen Verkehrsträger verlief vor allem die Entwicklung des Lkw-Verkehrs moderater, da sie nicht zusätzlich durch nicht konjunkturbedingte Sondereffekte wie zum Beispiel strukturelle Veränderungen im Rahmen der fortschreitenden Energiewende belastet wurde. Erst zum Spätsommer beziehungsweise Herbst 2020 zeigten sich leichte Erholungstendenzen, wobei die Unsicherheit bis zum Jahresende anhielt. Insgesamt war der Markt infolge des Wegbrechens der Nachfrage von Überkapazitäten und einem spürbaren Preiswettbewerb gekennzeichnet, unter anderem durch die Versuche, weggebrochene Aufträge durch Neukundengeschäfte zu kompensieren.

  • Der Lkw-Verkehr profitierte wie im Vorjahr von der robus­ten Konsumstimmung und der Nachfrage aus der Baubranche, was die Unterschreitung des Vorjahresniveaus zwar nicht verhindern konnte, aber zu einer überdurchschnittlichen Entwicklung führte.
  • Im SGV konnte erneut das Vorjahresniveau nicht erreicht werden, was vor allem auf starke Transportrückgänge in der Montan- und Automobilindustrie zurückzu­füh­­­ren ist. Auch der Kombinierte Verkehr entwickelte sich rückläufig.
  • In der Binnenschifffahrt wurden die negativen Impulse aus der Konjunktur zusätzlich durch temporäre niedrigwasserbedingte Einschränkungen verstärkt.

2020 wurde seitens des Statistischen Bundesamtes rückwirkend bis 2016 im Rahmen einer umfassenden Revision erneut eine Aktualisierung der Ergebnisse der amtlichen Statistik über den SGV vorgenommen. Ursache der Revision waren Abweichungen in Meldungen einzelner Unterneh­men von den methodischen Vorgaben der amtlichen Statistik, die zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung nicht bekannt waren. Hierdurch ergeben sich Abweichungen gegenüber unserer bisherigen Berichterstattung.

Nach den leichten Rückgängen in den beiden Vorjahren hat sich die Entwicklung des SGV 2020 massiv verschlechtert. Die Ursachen sind in der sich mit den Corona-Maßnahmen nochmals deutlichen verschärfenden Industrierezession, der damit einhergehenden Verunsicherung sowie strukturellen Veränderungen im Rahmen der fortschreitenden Ener­giewende zu sehen. Nach eigenen Berechnungen machten allein die teils massiven Einbrüche in den für die Schiene bedeutenden Montanbereichen Kohle/Koks, Erze, Stahl und Schrott mehr als die Hälfte des Gesamtrückgangs aus. Auch bei den Automobiltransporten waren hohe Einbußen zu verzeichnen. Der Kombinierte Verkehr leistete nach bisher vorliegenden Erkenntnissen ebenfalls keinen Wachstumsbeitrag. Positive Entwicklungen wie zum Beispiel bei den Baustoffverkehren sowie die Übernahme zusätzlicher Versorgungstransporte während des Shutdowns konnten die Negativeffekte zwar abmildern, aber bei Weitem nicht kompensieren.

Nachdem die konzernexternen Bahnen entgegen bisherigen Annahmen 2019 noch ein Leistungsplus verzeich­ne­­ten, konnte 2020 nach unseren Berechnungen das Niveau des Vorjahres nicht mehr erreicht werden. Die erneut überdurchschnittliche Entwicklung ist unter anderem auf eine abweichende Güterstruktur zurückzuführen. So ist zum Beispiel der Einfluss der eingebrochenen Montanverkehre auf das Ergebnis der konzernexternen Bahnen nur halb so hoch. Ein starker Rückgang war nach den bisher veröffentlichten Daten auch bei den Automobiltransporten zu verzeichnen.

Nachdem die Entwicklung des Straßengüterverkehrs 2019 bereits deutlich an Dynamik verloren hatte, zeigte sich 2020 ein deutlicher Rückgang. Dieser fiel aber relativ weni­ger stark aus, was nicht zuletzt auf die abweichende Güterstruktur zurückzuführen ist. Positiv wirkte sich dabei der höhere Transportanteil der Lebensmittel-/Konsumgüter- und Baubranche sowie Paketsendungen, vor allem im E-Commerce, aus. Der Marktanteil konnte wieder ausgebaut werden. Der niedrigere Dieselpreis dämpfte zwar den Kostendruck, dem gegenüber standen jedoch unter anderem gestiegene Kosten durch einen erhöhten Organisationsaufwand und auch das Thema Fahrermangel beziehungsweise -verfügbarkeit hatte in der Krise Bestand.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Beeinträchtigungen an den Grenzen sind auch ursächlich für das Ausbleiben der in der Vergangenheit stets überdurchschnittlichen Entwicklung der im Ausland zugelassenen Lkw. Das zeigt sich auch in den Ergebnissen der Mautstatistik des Bundesamtes für Güterverkehr. Mit Blick auf die Herkunftsstaaten konnte nur in Einzelfällen das Vorjahresniveau überschritten werden. Die stärksten Rückgänge verzeichneten die Lkw-Verkehre, die sich in den letzten Jahren als Wachstumsträger gezeigt hatten, mit dem mit­­­­­tel- und osteuropäischen Raum, allen voran Tschechien, Rumänien und der Slowakei.

Konnte die Binnenschifffahrt im Vorjahr noch ein starkes Leistungsplus verzeichnen, ging die Verkehrsleistung 2020 überdurchschnittlich zurück. Der Marktanteil konnte entsprechend nicht gehalten werden und näherte sich wieder dem historischen Tiefstwert 2018 von 6,8%.

Neben der konjunktur-/pandemiebedingt weggebrochenen Nachfrage wurde die Entwicklung zusätzlich durch niedrigwasserbedingte Einschränkungen belastet. Diese reichten von einer Verringerung der Aufnahme möglicher Ladungsmengen bis zu temporären Einstellungen der Güterschifffahrt, zum Beispiel auf der Elbe in Richtung Tschechien.

Nach Gutarten zeigten sich nach den bisher veröffentlichten Daten die stärksten Rückgänge in den Bereichen Kohle/Koks, Chemie, Baustoffe, Erze/Stahl und Sammelgut/­Container.

Europäischer Schienengüterverkehrsmarkt

Auch die Verkehrsleistung im europäischen SGV (EU 27, Schweiz, Norwegen und Vereinigtes Königreich) ging 2020 deutlich zurück. Das ohnehin negative konjunkturelle Umfeld wurde durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie zusätzlich stark belastet.

Besonders betroffen waren die Branchen Stahl, Erze, Automotive und der Kombinierte Verkehr. Aufgrund der bedeutenden Rolle Chinas im internationalen Handel zeigten sich beim Containerverkehr schon sehr früh Auswirkungen der Corona-Pandemie, sodass auch die Hinterlandverkehre der Nordseehäfen Antwerpen, Rotterdam und Hamburg an stabi­lisierender Wirkung verloren.

Internationale Güterverkehrs- und Logistikmärkte(in %)

Wachstumsrate

2020

2019

Europäischer Schienengüterverkehr (Basis tkm)

7,6

2,6

Die Daten für die Jahre 2019 und 2020 entsprechen den per Februar 2021 verfügbaren Erkenntnissen und Einschätzungen.

Alle Top-Bahnen in Europa mussten deutliche Verkehrsleistungsrückgänge hinnehmen. Das betraf auch DB Cargo, wobei sich die Entwicklungen in den jeweiligen Ländern sehr unterschiedlich zeigten. Sehr negativ wirkten sich vor allem starke Nachfrageeinbrüche in Deutschland, dem Vereinigten Königreich, Frankreich und Polen aus.

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