Entwicklung der Geschäftsfelder

Umweltmaßnahmen

Ausbau Erneuerbarer Energien im Bahnstromportfolio

Der Aufbau eines durchmischten Portfolios für die sichere Ener­­­gieversorgung bei wachsendem Anteil erneuerbarer Energien (EE) unter wirtschaftlich tragbaren Rahmenbedingungen ist Kernelement unserer Vergrünungsstrategie. Diese Strategie wurde 2020 konsequent mit dem Abschluss neuer Verträge weiter umgesetzt.

Mit dem Aufbau eines ausgewogenen, durchmischten EE-­­­­Portfolios wollen wir eine Risikostreuung erreichen, die Reak­tionsfähigkeit auf marktseitige oder regulatorische Veränderungen absichern und uns alle Möglichkeiten, vom technolo-gischen Fortschritt zu profitieren, erhalten. Beim Aufbau dieses EE-Portfolios achten wir auf eine ausgewogene Mischung im Hinblick auf Energieträger, Einspeiseregion, Vertragspartner, Vertragslaufzeit sowie Preis- und Risikogestaltung.

2020 wurden erstmals drei neue Stromlieferverträge (Power Purchase Agreements; PPA) aus erneuerbaren Energien im Paket abgeschlossen:

  • PPA mit der Verbund AG zur Belieferung mit rund 438 GWh p. a. aus dem WasserkraftwerkNr. 16 Egglfing-Obernberg (deutsch-österreichische Grenze) im Zeitraum 2023 – 2027 (entspricht rund 6% des jährlichen DB-Bahnstrombedarfs).
  • PPA mit der Enerparc AG zur Belieferung mit rund 80 GWh p. a. aus dem PV-Park GaarzNr. 30 (Mecklenburg-Vorpom­­mern) im Zeitraum 2021 – 2050 (entspricht rund 1% des jährlichen DB-Bahnstrombedarfs).
  • PPA mit RWE zur Belieferung mit rund 263 GWh p. a. Windenergie im Zeitraum 2024 – 2039 aus dem Offshore-Windparkt Amrumbank WestNr. 47 (entspricht rund 4% des jährlichen DB-Bahnstrombedarfs).

Allein diese drei neuen Vertragsabschlüsse führen im Vergleich mit der Belieferung aus einem Kohlekraftwerk zu einer CO₂-Einsparung von insgesamt bis zu 600.000 t CO₂ p. a.

Energieversorgung für Alternative antriebe

Ergänzend zu Maßnahmen weiterer Streckenelektrifizierungen realisiert DB Netze Energie Versorgungslösungen für Schienenfahrzeuge mit alternativen Antrieben. Ziel ist es, künftig auch auf oberleitungsfreien Abschnitten einen klimaneutralen Schienenbetrieb als Alternative zum Dieselbetrieb zu ermöglichen. Hierbei verfolgt DB Netze Energie verschiedene technologische Ansätze. Diese reichen von der Energieversorgung von Akkuzügen bis hin zur Bereitstellung von Wasserstoff für Brennstoffzellenfahrzeuge oder von alter­nativen Kraftstoffen für konventionelle Dieselzüge.

Hinsichtlich der Energieversorgung von Akkuzügen sind erste Beauftragungen zur Errichtung von entsprechender Nachladeinfrastruktur in Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz erfolgt. Erstmals sollen ab Ende 2023 in Schleswig-Holstein Akkuzüge an drei Standorten über neuartige Oberleitungsinselanlagen mit Bahnstrom versorgt werden.

Für die erprobungsweise Versorgung unserer Brennstoffzellen-Straßenfahrzeuge errichtet DB Netze Energie eine Was­­serstoff-Straßentankstelle in Frankfurt am Main als Pilotanlage. Die Fertigstellung dieser innovativen Anlage, bei der neben der Abgabe auch eine Vor-Ort-Erzeugung von Wasserstoff vorgesehen ist, ist für Mitte 2021 geplant. Zudem ist DB Netze Energie seit November 2020 in einem Verbund­förderprojekt zwischen dem DB-Konzern und Siemens Mobility zur Zulassung und Erprobung des von Siemens Mobility neu entwickelten  Brennstoffzellentriebzugs Mireo Plus H mit innovativer Wasserstoff-VersorgungsinfrastrukturNr. 53 beteiligt. Federführend durch DB Netze Energie wurde zusammen mit Industriepartnern eine Studie zum Transport von Wasserstoff über die Schiene erstellt. In dieser Studie wurde die grundsätzliche Machbarkeit für den klimafreundlichen Transport von Wasserstoff über die Schiene erarbeitet.

Darüber hinaus unterstützt DB Netze Energie das Erproben alternativer Kraftstoffe im DB-Konzern. Dazu zählt ein Feldversuch mit dem advanced TrainLab Nr. 159, in dem die Versorgung mit C.A.R.E-Diesel© (besteht zu 100% aus hydrierten Pflanzenölen/[HVO] auf Basis von Pflanzen- und Abfallreststoffen) über einen mobilen Tankcontainer in Halle/Saale erfolgt. Außerdem wird beim Sylt-Shuttle (verschiedene Baureihen) der Einsatz von C.A.R.E-Diesel und R33-Blue-­Diesel (besteht zu 33% aus HVO und zu 7% aus Biodiesel) verprobt. Zudem versorgte DB Netze Energie bis Ende 2020 am Standort Ulm testweise Dieselzüge von DB Regio Baden-Württemberg über eine bestehende Schienentankstelle mit R33-Blue-Diesel.

Förderung klimafreundlicher Zugverkehr

Im September 2020 wurde zwischen dem Land Thüringen und dem DB-Konzern ein Letter of Intent vereinbart. In diesem wird die Absicht erklärt, neben den Bemühungen weitere Strecken des Eisenbahnnetzes in Thüringen mittels Oberleitung zu elektrifizieren und den Einsatz von Wasserstoff-Brennstoffzellenzügen und von Akkuzügen gemeinsam so schnell wie möglich vorzubereiten und umzusetzen. Dabei ist konkret beabsichtigt, unter Wahrung der vergaberechtlichen Vorgaben als Pilotprojekt die Schwarzatalbahn von Rottenbach nach Katzhütte auf den Betrieb mit Wasserstoff-Brennstoffzellenzügen umzustellen, wobei diese mit grünem Wasserstoff über eine zu errichtende Wasserstoff-Tankstelle mit Elektrolyseur versorgt werden sollen.

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