Ökologie

Unser Klimaziel

Wir haben uns im Klimaschutz einem Ziel verpflichtet: Klimaneutralität bis 2050. Um dieses Ziel für den gesamten DB-Konzern zu erreichen, haben wir uns anspruchsvolle Zwischenetappen gesetzt. Bis 2030 werden wir den spezi­­­fi­schen Ausstoß der Treibhausgase – also die auf Leistungsgrößen wie die Verkehrs­­­leis­­­tung bezogenen Emissio-nen – gegenüber 2006 weltweit mehr als halbieren. Im ge­samten Verkehrssektor in Deutschland können durch eine Verkehrsverlagerung auf die Schiene ab 2030 bis zu 10,5 Mio. t CO₂ pro Jahr einge­spart werden.

Gleichzeitig hat sich DB Schenker vorgenommen, klimaneutral zu wachsen. Das bedeutet, die Treibhausgasemissionen unserer welt­weiten Logistikaktivitäten außerhalb Deutschlands werden wir trotz des erwarteten weiter ansteigenden Transportvolumens in der nächsten Dekade konstant halten. Gegenüber dem Jahr 2006 will DB Schenker den spezifischen Ausstoß der Treibhausgase um mindestens 40 % senken.

Klimaneutral bis 2050

Um die Erreichung unserer langfristigen Klimaziele abzusichern, bündeln wir konzernübergreifend seit 2020 die zugehörigen Aktivitäten unter dem Dach »Klimaneutrale DB«. Das interdisziplinäre Projekt entwickelt verbindliche Treibhausgasreduzierungspfade (Ausstiegspläne), verbessert die Transparenz zu geplanten Maßnahmen und optimiert die Lösung übergreifender Herausforderungen zur Treibhausgasreduzierung. Neben den Emissionen durch den Verkehrsbetrieb auf Schiene und Straße werden dabei auch die Emissionen stationärer Gebäude und Anlagen betrachtet. Geschäftsfeldübergreifend werden neue, klimafreundliche Technologien erprobt und pilotiert.

Spezifische Treibhausgasemissionen

im Vergleich zu 2006 (in %)

2020

2019

2018

 

DB-Konzern

– 34,4

– 34,8

33,2

Die spezifischen Treibhausgasemissionen – also die auf Leistungsgrößen wie die Verkehrsleistung bezogenen Emissionen – konnten wir im Vergleich zu 2006 um über 34 % reduzieren und liegen damit leicht über unserer angepassten Prognose aus dem Integrierten Zwischenbericht 2020. Unsere absoluten Treibhausgasemissionen sind weiter zurückgegangen. Auch 2020 tragen die erreichten Steigerungen erneuerbarer Energieträger im Bahnstrommix dazu bei, dass wir uns weiterhin auf dem Weg zur Erreichung unseres Klima­ziels – einer Halbierung der spezifischen Treibhausgasemissionen bis 2030 – befinden.

Spezifische CO₂e-Emissionen
der Fahrten und Transporte
des DB-Konzerns nach
Verkehrs­trägern

2020

2019


Verände­rung

2018

absolut

%

 

Schienenpersonen­nahverkehr
in g/Pkm

72,6

48,9

+ 23,7

+ 48,5

53,1

     davon Deutschland

67,9

47,6

+ 20,3

+ 42,6

51,3

Schienenpersonen­fernverkehr
in g/Pkm

1,5

0,9

+ 0,6

+ 66,7

1,1

Busverkehr in g/Pkm

105,6

73,8

+ 31,8

+ 43,1

77,3

     davon Deutschland

123,1

90,9

+ 32,2

+ 35,4

88,8

Schienen­güter­verkehr
in g/tkm

17,0

19,2

– 2,2

– 11,5

20,1

Straßen­güter­verkehr
in g/tkm

87,3

87,9

– 0,6

– 0,7

85,8

Luftfracht in g/tkm

669,5

723,7

– 54,2

– 7,5

721,8

Seefracht in g/tkm

5,6

6,2

– 0,6

– 9,7

6,7

Well-to-Wheel (WTW); Scope 1—3; ohne Vor- und Nachläufe; Unternehmen im Schienenverkehr sind mit ihrem eigenen Strommix beziehungsweise europäischen Landesmixen einbezogen.

Die Daten für 2020 entsprechen den per Februar 2021 verfügbaren Erkenntnissen und Einschätzungen.
* Inklusive zusätzlich beschaffter Strommenge für alle grünen Angebote des DB-Konzerns mit 100 % Ökostrom (zum Beispiel S-Bahn Hamburg oder DBeco plus) und unter Berücksichtigung einer prognostizierten Quote infolge EEG-Förderung.

Seit dem 1. Januar 2018 fahren bundesweit alle Reisenden in unseren elektrischen Fernverkehrszügen mit 100% Ökostrom Nr. 1. Die S-Bahn Berlin ist seit 2018 klimaneutral unterwegs und trägt zum hohen Anteil des Ökostroms am DB-Bahnstrommix bei. Seit 2020 fahren sechs Linien im Regionalverkehr Baden-Württemberg mit Ökostrom. Im Schienengüterverkehr haben unsere Kunden mit DBeco plus die Möglichkeit, Transporte klimaneutral mit 100 % Ökostrom durchführen zu lassen.

Den Anteil erneuerbarer Energien am DB-Bahnstrommix haben wir 2020 weiter erhöht.

Im Januar 2020 haben wir einen Vertrag zur Direkteinspeisung von Solarstrom Nr. 30 ins DB-Bahnstromnetz geschlossen. Der Photovoltaikpark Wasbek in Schleswig-Holstein wird 38 GWh pro Jahr direkt in das Bahnstromnetz einspeisen.

Der Ausbau der Versorgung unseres Bahnstromnetzes mit erneuerbaren Energien birgt jedoch nicht nur Heraus­forde­run­gen für die Beschaffung, sondern auch für den Aus­­­bau der In­­frastruktur zur Energieversorgung. Statt weni­ger großer fos­­­si­­­ler Kraftwerke, die konstant Energie liefern, müssen wir unsere Infrastruktur für die zunehmend dezentrale Ein­speisung von kleineren, erneuerbaren Stromerzeugern, deren Leis­­tung eher volatil ist, ertüchtigen. Die mit dem Bund geschlossene LuFV gibt uns dafür die Planungssicherheit, um notwendige Infrastrukturmaßnahmen im deutschen Bahnstromnetz durchzuführen. Bis 2030 werden wir an acht Standorten Um- bezie­hungsweise Wechselrichter errichten, er­neuern oder in der Leistung ausbauen. Um die erhöhte Kom­­­­plexität im Bahnstromnetz auch künf­tig mit hoher Versorgungssicherheit zu managen, setzen wir außerdem auf Sensorik und künstliche Intelligenz.

Spezifischer Primär­energie­verbrauch der Fahrten und Transporte des DB-Konzerns

2020

2019

Verände­rung

2018

absolut

%

 

Schienenpersonen­nahverkehr
in
MJ/Pkm

1,29

0,84

+0,45

+ 53,6

0,84

     davon Deutschland

1,23

0,83

+ 0,40

+ 48,2

0,84

Schienenpersonen­fernverkehr
in
MJ/Pkm

0,40

0,23

+ 0,17

+ 73,9

0,25

Busverkehr in MJ/Pkm

1,56

1,07

+ 0,49

+ 45,8

1,14

     davon Deutschland

1,74

1,29

+ 0,45

+ 34,9

1,26

Schienengüter­verkehr in MJ/tkm

0,29

0,33

0,04

– 12,1

0,33

Straßengüter­verkehr in MJ/tkm

1,26

1,25

+ 0,01

+ 0,8

1,21

Luftfracht in MJ/tkm

9,06

9,79

– 0,73

– 7,5

9,77

Seefracht in MJ/tkm

0,07

0,08

– 0,01

– 12,5

0,09

Well-to-Wheel (WTW); Scope 1—3; ohne Vor- und Nachläufe.

Unsere wesentlichste langfristige Maßnahme zur Steigerung der Energieeffizienz ist die umfassende Elektrifizierung unseres Streckennetzes. Wie fokussieren uns kurz- und mittelfristig auf den Einsatz von Hybridantrieben in unseren Lokomotiven und Triebzügen sowie die Entwicklung klimaneutraler alternativer Antriebe und Kraftstoffe.

Aufgrund der stark gesunkenen Zugauslastung infolge der Corona-Pandemie, die durch die gesellschaftlich wichtige Entscheidung, trotz des sehr starken Nachfragerückgangs zu jeder Zeit mindestens ein Grundangebot aufrechtzuerhalten, entstanden ist, ist die Energieeffizienz im Personenverkehr 2020 gesunken. Wir erwarten, dass mit steigender Auslastung das Niveau der Vorjahre wieder erreicht und der positive Trend durch die Erhöhung der Effizienz der Flotten in den nächsten Jahren fortgesetzt werden wird. Da Reisende im Fernverkehr mit 100 % Ökostrom unterwegs sind, blieb dieser auch 2020 das klimafreundlichste Verkehrsmittel. Zudem konnten Effizienzverbesserungen im Logistikbereich erreicht werden. Indem wir Primärenergie als Bezugsgröße ausweisen, berücksichtigen wir in der ökologischen Bewertung auch die notwendigen Prozesse zur Bereitstellung der Energie, wie zum Beispiel die Förderung, die Aufbereitung und die Transporte von Kraftstoffen, oder Prozesse bei der Stromerzeugung. Wesentliche Hebel für die Senkung unserer Energieverbräuche sind die Ausrüstung unserer Güterzuglokomotiven mit Fahrassistenzsystemen sowie die Modernisierung unserer elektrischen Fahrzeugflotten mit neuen Baureihen mit höherer Energieeffizienz oder der Fähigkeit, Bewegungsenergie beim Bremsen in Strom umzuwandeln. Mit der Rückspeisung von Energie aus Bremsvorgängen Nr. 19 leisten unsere modernen elektrischen Lokomotiven und Triebzüge einen weiteren wichtigen Beitrag zur Erhöhung der Energieeffizienz. 2020 hat sich die Rückspeisequote leicht auf 16,5 % erhöht (im Vorjahr: 16,2 %). Aktuell wächst die Flotte der rückspeisefähigen Fahrzeuge beispielsweise durch den Zugang von ICE 4 im Personenverkehr oder Lokomotiven der BR 185 im Güterverkehr. In der Bahnstromerzeugung haben wir 2020 den fortlaufenden Ersatz alter dezentraler Umformer durch moderne elektronische Umrichter zur Energieeffizienzsteigerung vorangetrieben.

Absoluter Primärenergie­verbrauch der stationären
Anlagen des DB-Konzerns
in Deutschland 
(in Terajoule [TJ])

2020

2019


Verände­rung

2018

absolut

%

 

Netzbetrieb

6.086

6.002

+ 84

+ 1,4

6.090

Personenbahnhöfe

3.693

3.856

– 163

– 4,2

3.919

Instandhaltung Schienenfahrzeuge (Werke)

3.007

2.978

+ 29

+ 1,0

3.200

Sonstige

4.145

2.854

+ 1.291

+ 45,2

3.255

Insgesamt

16.931

15.690

+ 1.241

+ 7,9

16.464

Unsere rund 5.400 Bahnhöfe und unsere Werke und Gebäude in Deutschland sowie weltweit mehr als 2.100 Standorte von DB Schenker machen gemeinsam mit den Standorten von DB Arriva und von DB Cargo im europäischen Ausland sowie den Stellwerken von DB Netze Fahrweg 8,5% des gesamten Primärenergiebedarf des DB-Konzerns aus. Um Einsparpotenziale zu identifizieren und den Energieverbrauch langfristig zu messen, wurden in den Vorjahren für die Umsetzung der EU-Energieeffizienzrichtlinie auch 2020 bei den Konzern­gesellschaften Energieaudits durchgeführt. Die DB Energie GmbH, die DB Regio AG, die S-Bahn Berlin GmbH und die S-Bahn Hamburg GmbH, die DB Fernverkehr AG und die DB Station&Service AG betreiben seit dem Jahr 2016 jeweils ein Energiemanagementsystem Nr. 78 nach ISO 50001.

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