Soziales

Zukunftsfähige Beschäftigungs­bedingungen 5 100,000 employees To the Strong Rail strategy

Wir entwickeln Beschäftigungsbedingungen auf Basis von aktuellen und zukünftigen gesellschaftlichen Entwicklungen sowie den Erwartungen von Mitarbeitenden und Bewerber*innen an einen modernen Arbeitgeber konsequent im Sinne der Strategie Starke Schiene weiter. Dabei werden Themen wie Partizipation und Individualisierung immer wesentlicher.

Tarifpaket Bündnis für unsere Bahn

Im Mai hat der DB-Konzern zusammen mit dem Bundesverkehrsminister, der EVG, dem Konzernbetriebsrat und dem Arbeitgeberverband AGV MOVE das Bündnis für unsere Bahn unterzeichnet. Vor diesem Hintergrund haben wir uns im September 2020 mit der EVG auf ein umfassendes Tarifpaket verständigt. Das Gesamtpaket umfasst neben Regelungen für moderate Lohnsteigerungen in 2022 und einer Laufzeit bis Februar 2023 zahlreiche Verabredungen zu relevanten Zukunftsthemen. Mit dem Paket leisten wir gemeinsam mit der EVG einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung der Corona-Krise im DB-Konzern. Mit dem erzielten Tarifabschluss ist es in schwierigen Zeiten gelungen, auch weiterhin in Personal, Qualifizierung und Einstellungen zu investieren.

Um im Sinne der wirtschaftlichen Stabilität des DB-Konzerns und der sozialen Sicherheit für alle Mitarbeiten­­den eine zeitnahe Einigung auch mit der GDL zu erreichen, haben wir im Oktober 2020 ein Schlichtungsverfahren mit der GDL eingeleitet. Das Schlichtungsverfahren ist im November 2020 mit einer Einigungsempfehlung beendet worden, die auch einen Beitrag zur Bewältigung der Corona-Schäden beinhaltete. Während wir dem Einigungsvorschlag zustimmten, lehnte die GDL ihn ab. Entsprechende Tarifverhandlungen zwischen dem DB-Konzern und der GDL werden durch Auslaufen der Tarifverträge Ende Februar 2021 nach Kündigung der Tarifverträge im Frühjahr 2021 erforderlich.

Flexible Gestaltung der Arbeitszeit

Der DB-Konzern wird den gesellschaftlichen Veränderungen und den Wünschen der Mitarbeitenden bei der Arbeitszeitgestaltung für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben durch mehr Individualisierung und Partizipation der Arbeitnehmenden gerecht. Die Intensivierung der Aktivitäten des DB-Konzerns bei der aktiven Arbeitszeitgestaltung und Entwicklung von attraktiven Arbeitszeitmodellen erfolgt strategisch in Hinblick auf die Steigerung der Arbeitgeberattraktivität und hat somit hohe Bedeutung für die Mitarbeitendenbindung und -rekrutierung.

In diesem Zusammenhang bieten wir zum Beispiel seit 2018 das Wahlmodell zur Arbeitszeit an, bei dem die Arbeitnehmenden sich individuell entscheiden können, ob sie ihre Arbeitszeit um eine Wochenstunde reduzieren, sechs Tage zusätz­lichen Urlaub im Jahr nehmen oder ein erhöhtes Entgelt wählen. 2020 haben sich zum Beispiel von den rund 159.800 Tarifarbeit­nehmenden im Geltungsbereich der Regelung rund 59 % für die sechs Tage zusätzlichen Urlaub entschieden.

Auch bei der Verwendung erbrachter Mehrleistung bieten sich für unsere Mitarbeitenden mehrere Wahlmöglichkei­­ten. Neben den klassischen Optionen der Freistellung oder Auszahlung können tarifliche Arbeitnehmende Zeitguthaben aus Überzeit sowie Urlaubstage und Entgelt in ein individuelles Langzeitkonto einbringen und sich zu einem späteren Zeitpunkt – etwa für ein Sabbatical, zur Kinderbetreuung, zur Pflege von Angehörigen oder vor der Regelaltersrente – bezahlt freistellen lassen. Bisher haben rund 55.000 Arbeit­nehmende solch ein Wertguthabenkonto.

Seit Juli 2019 können tarifliche Arbeitnehmende zu­­dem auf Antrag Zeitguthaben aus Überzeit oder Zusatzurlaub für Wechselschicht-, Schicht- und Nachtarbeit ganz oder teilweise in betriebliche Altersvorsorge (bAV) umwandeln und damit auch für die Zeit nach dem Arbeitsleben vorsorgen. Diese Um­­­wandlungsmöglichkeit wurde 2020 um tariflichen Urlaub erweitert, der über den gesetzlichen Urlaub hinausgeht. Beide Modelle (Einbringung in ein Langzeitkonto und Umwandlung in die bAV) werden vom DB-Konzern zusätzlich gefördert.

In den Betrieben mit Schicht- und Wechseldienst stär­­ken wir im Rahmen von sogenannten betrieblichen Arbeitszeitprojekten die Beteiligung und Partizipation der Mitarbeitenden an der Arbeitszeitgestaltung sowie die Individualisierung der Arbeitszeitgestaltung. Im Rahmen eines standardisierten Projektvorgehens und einer mit den Tarifparteien und Geschäftsfeldern abgestimmten Projektschablone erfolgt unter aktiver Einbindung der Mitarbeitenden die Suche nach passenden, machbaren, kundengerechten und nachhaltigen Lösungen – immer im Abgleich zwischen den Wünschen der Mitarbeitenden sowie betrieblichen und wirtschaftlichen Erfordernissen. Ein 2020 neu entwickelter Leitfaden zur Partizipation der Arbeitszeitgestaltung verschafft einen Überblick über bereits bestehende Modell­ansätze im DB-Konzern und gibt Orientierung zur Umsetzung eines eigenen Arbeitszeitmodells oder -projekts. 5 100,000 employees To the Strong Rail strategy

Weitere Informationen im Abschnitt Sozial- und Nebenleistungen.

Mobilitätsleistungen und geförderter Wohnraum

In vielen Metropolregionen führt ein angespannter Wohnungs- und Bewerbungsmarkt dazu, dass Rekrutierungs­bemühungen erschwert werden. Mit einer neuen digitalen Wohnungsbörse erleichtern wir unseren Mitarbeitenden den Zugang zu bezahlbarem Wohnraum. Gleichzeitig haben wir die Zusammenarbeit mit weiteren Wohnungsgesellschaf­­ten intensiviert und vertraglich modernisiert. Hierzu haben wir 2020 Kooperationsverträge mit drei großen Wohnungsunternehmen abgeschlossen, die unseren Mitarbeitenden kautionsfreien und unkomplizierten Zugang zu einem Pool von rund 420.000 Wohnungen ermöglichen. Daneben analysieren wir auch die Bedarfslage unserer Mitarbeitenden in anderen Regionen, wie Hamburg und Baden-Württemberg, um künftig konkrete Wohnungsprojekte planen und umsetzen zu können.

Wir streben an, unseren Mitarbeitenden zukünftig ein vielseitiges, grünes und dabei flexibles und unkompliziertes Mobilitätsportfolio aus vor allem bahneigenen und digital verwaltbaren Diensten anzubieten. Das DB Firmenrad oder auch die Freifahrten, insbesondere im SPFV, bilden hierbei den für die Mitarbeitenden bereits gelegten Grundstein. Außertarifliche und leitende Angestellte können da­­rüber hin­aus zu Sonderkonditionen unser Bikesharing-Angebot Call a Bike und unser Carsharing-Angebot Flinkster nutzen und die BahnCard 100 statt Firmenwagen wählen. Auch für den Weg zur Arbeit wollen wir mehr Mitarbeitenden den Zugang zu günstigen Angeboten für das monatliche Ver­­­­bund-Jobticket ermöglichen. Hierzu planen wir den sukzessiven Abschluss von vorteilhaften Kooperationsverträgen mit Verkehrsverbünden. Der erste richtungsweisende Vertrag wurde bereits mit dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) abgeschlossen.

Modernes Gesundheitsmanagement

Während der Corona-Krise konnten wir wichtige Mobilitätsangebote durchgehend gewährleisten. Hieran hat insbeson-dere unsere Krisenstabsarbeit des betrieblichen Gesundheitsmanagements einen wichtigen Anteil. Das betriebliche Gesundheitsmanagement folgt mit seinen Aktivitäten und Schutzmaßnahmen dem deutschen Nationalen Pandemieplan, den Arbeitsschutzregelungen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) und Vorsorgeempfehlungen des Robert-Koch-Instituts. Ziele der 24/7-­Krisenstabsarbeit sind unter anderem die Minimierung des Infektionsrisikos am Arbeitsplatz, die Aufrechterhaltung der Betriebsabläufe, der Erhalt der betrieblichen Infrastruktur und die Sicherstellung der Grundversorgung. Das Gesundheitsmanagement steht dabei in ständigem Austausch mit den Gesundheitsbehörden von Bund und Ländern, dem Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) sowie dem BMVI. Mitarbeitenden und Führungskräften bietet das Gesundheitsmanagement Hilfestellungen, Informations- und Unterstützungsangebote, um die Krise gemeinsam gut zu be­­wältigen. Ein Beitrag zur Gestaltung moderner Beschäftigungsbedingungen ist in diesem Zusammenhang auch die Digitalisierung von Gesundheitsangeboten, vor allem zum Umgang mit psychischen Belastungen während der Krise und zur ergonomischen Beratung, jeweils mithilfe der Sozialpartnerschaften mit der Stiftungsfamilie BSW &EWH, dem Verband Deutscher Eisenbahner-Sportvereine (VDES) und der BAHN-BKK.

Weitere Informationen im Abschnitt Arbeitsschutz und Gesundheitsmanagement.

Wo würden Sie sich am ehesten einordnen?Vielen Dank für Ihre Teilnahme!
Hallo, ich bin Larissa
Ihre interaktive Assistentin!
Gerne helfe ich Ihnen weiter.