Entwicklung im Berichtsjahr
- GDL-Streiks, hohe baubedingte Infrastruktureinschränkungen und das Hochwasser in Süddeutschland belasteten die Entwicklung spürbar.
- Pünktlichkeit v. a. getrieben durch störungsbedingte Kapazitätsengpässe der Infrastruktur unter schwachem Vorjahresniveau.
- Weiterhin hohe Investitionen in die Modernisierung der Fahrzeugflotte.
- Operative Ergebnisentwicklung weiter unter sehr hohem Druck. Umsatzrückgänge konnten nur teilweise durch Gegensteuerungsmaßnahmen kompensiert werden.
DB Fernverkehr | 2024 | 2023 | Veränderung | |
---|---|---|---|---|
absolut | % | |||
Pünktlichkeit in % | 62,5 | 64,0 | –1,5 | – |
Reisendenpünktlichkeit in % | 67,4 | 68,9 | –1,5 | – |
Kundenzufriedenheit in Schulnote | 2,7 | 2,7 | – | – |
BahnCards in Tsd. | 4.687 | 5.019 | –332 | –6,6 |
Reisende in Mio. | 133,4 | 140,3 | –6,9 | –4,9 |
Verkehrsleistung in Mio. Pkm | 44.106 | 45.459 | –1.353 | –3,0 |
Betriebsleistung in Mio. Trkm | 160,1 | 157,7 | +2,4 | +1,5 |
Auslastung in % | 47,0 | 49,1 | –2,1 | – |
Gesamtumsatz in Mio. € | 5.847 | 5.896 | –49 | –0,8 |
Außenumsatz in Mio. € | 5.674 | 5.729 | –55 | –1,0 |
EBITDA bereinigt in Mio. € | 502 | 483 | +19 | +3,9 |
EBIT bereinigt in Mio. € | –96 | –43 | –53 | +123 |
Brutto-Investitionen in Mio. € | 764 | 1.657 | –893 | –53,9 |
Mitarbeitende per 31.12. in VZP | 21.236 | 20.966 | +270 | +1,3 |
Mitarbeitende im Jahresdurchschnitt in VZP | 21.388 | 20.394 | +994 | +4,9 |
Mitarbeitendenzufriedenheit in ZI | 3,5 | – | – | – |
Frauenanteil per 31.12. in % | 27,0 | 27,2 | –0,2 | – |
Absolute Treibhausgasemissionen Scope 1 und 2 im Vergleich zu 2019 in % | –41,0 | –30,2 | –10,8 | – |
2024 entwickelte sich die Pünktlichkeit bei DB Fernverkehr rückläufig. Ursächlich waren der schlechte Infrastrukturzustand sowie instabile Fahrplanprozesse. Zusätzlich haben Störungen in Verkehrsknoten und auf hochbelasteten Streckenabschnitten einen starken Staueffekt und wirkten negativ auf die Pünktlichkeit im gesamten Schienennetz. Auch der Austausch von schadhaften Betonschwellen und die damit verbundene Einrichtung von Langsamfahrstellen bleiben eine Herausforderung für die Betriebsqualität. Positiv hingegen wirkten sich der Rückgang von Fahrzeugstörungen und eine höhere Fahrzeugverfügbarkeit aus. Die Reisendenpünktlichkeit hat sich analog zur Pünktlichkeit ebenfalls schlechter als erwartet entwickelt.
Die Kundenzufriedenheit ist trotz der betrieblichen Rahmenbedingungen stabil geblieben. Zu den negativen Treibern zählten neben dem streikbedingt schwierigen Jahresstart insbesondere die vielen unterjährigen Baustellen sowie Unwetterereignisse wie die Überschwemmungen im Juni, die sich negativ auf die Pünktlichkeit auswirkten. Positiv und mit steigender Tendenz wurden weiterhin die Themen Personal und Reisekomfort (z. B. neues Design und Sitze des ICE 3neo) bewertet.
Der BahnCard-Bestand ging in allen Rabattstufen und über alle Zielgruppen hinweg zurück. Gründe hierfür waren u. a. das Deutschland-Ticket und die schlechte Betriebsqualität.
Die Leistungsentwicklung war 2024 differenziert.
- Reisendenzahl und Verkehrsleistung: merklicher Rückgang v. a. aufgrund der Streiks der GDL, der baubedingten Einschränkungen in der Infrastruktur, insbesondere infolge der Sanierung der Riedbahn sowie der schwachen betrieblichen Qualität.
- Betriebsleistung: leichter Anstieg aufgrund von Angebotsausweitungen, gegenläufig wirkten die Streiks der GDL sowie Angebotsanpassungen infolge von Baumaßnahmen.
- Auslastung: Rückgang aufgrund der gesunkenen Reisendenzahl bei einer gleichzeitig gestiegenen Betriebsleistung.
Die wirtschaftliche Entwicklung bleibt weiter herausfordernd und verschlechterte sich deutlich, insbesondere aufgrund der schwierigen betrieblichen Situation. Streik- und baubedingt gesunkene Umsätze sowie insgesamt gestiegene Aufwendungen führten zu einem merklichen Rückgang des bereinigten EBIT.
Die Ertragsseite lag insgesamt auf Vorjahresniveau:
- Umsatz (–0,8%/–49 Mio.€): Die Entwicklung war maßgeblich beeinflusst durch die GDL-Streiks, die Fahrzeitverlängerungen aufgrund der Bauarbeiten am Rauhebergtunnel sowie die Generalsanierung der Riedbahn. Auch die schlechte betriebliche Pünktlichkeit hemmte die Nachfrage deutlich. Leistungsbedingte Rückgänge wurden durch Preiseffekte nahezu vollständig kompensiert.
- Sonstige betriebliche Erträge (+13,3%/+66 Mio.€): Anstieg v. a. aufgrund höherer Erträge aus Schadenersatzzahlungen, aus Fahrzeugvermietungen/-verkäufen sowie aus Provisionen infolge der Übertragung von Aktivitäten der DB Vertrieb im April 2023. Negativ wirkte der Wegfall von Erträgen aus staatlichen Zuschüssen (Trassenpreiserstattung des Bundes für den partiellen Ausgleich von Schäden im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie).
Gegenläufig stieg der Aufwand spürbar, v. a. infolge von Personalkostensteigerungen und investitionsbedingt höheren Abschreibungen.
- Personalaufwand (+6,9%/+100 Mio.€): Der deutliche Anstieg resultierte überwiegend aus einer höheren Anzahl an Mitarbeitenden sowie aus Tarifeffekten.
- Abschreibungen (+13,7%/+72 Mio.€): Zunahme v. a. infolge der Erweiterung der Hochgeschwindigkeits- und der Intercity-2-Flotte.
Durch das bereits zu Jahresbeginn initiierte Ergebnissicherungsprogramm konnte trotz Angebotsausweitungen und der Flottenerweiterung der Aufwand in vielen Bereichen konstant gehalten oder sogar gesenkt werden. Wesentliche Effekte entfielen auf den Materialaufwand und den sonstigen betrieblichen Aufwand:
- Materialaufwand (–2,5%/–86 Mio.€): Der Rückgang resultierte u. a. aus preisbedingt gesunkenen Energieaufwendungen, geringeren Provisionszahlungen infolge der Übertragung von Aktivitäten der DB Vertrieb sowie einem strikten Kostenmanagement. Effizienzmaßnahmen in der Fahrzeugreinigung trugen ebenso zur Senkung bei. Gegenläufig belastend wirkten v. a. preis- und mengenbedingt höhere Aufwendungen für die Trassen- und Stationsnutzung sowie Instandhaltung.
- Sonstige betriebliche Aufwendungen (–2,3%/–23 Mio.€): Der Rückgang resultierte aus den umgesetzten Ergebnissicherungsmaßnahmen, die u. a. zu Einsparungen bei Produktmaßnahmen, Vermarktung sowie Reise- und Bewirtungskosten führten. Dadurch konnten auch die höheren Aufwendungen für IT, Reisendenbetreuung sowie Verluste aus dem Abgang von Anlagen mehr als ausgeglichen werden.
Die Investitionen sanken u. a. durch die Beendigung der Auslieferung von ICE-4-Zügen sowie den verzögerten Zulauf von ICE-3neo-Zügen und die Zurückhaltung beim Start neuer Investitionsprojekte.
Die Zahl der Mitarbeitenden stieg per 31. Dezember 2024 v. a. infolge der Umsetzung von Maßnahmen zur Verbesserung der Qualität. Bei der durchschnittlichen Mitarbeitendenzahl wirkte die Übernahme von Mitarbeitenden der DB Vertrieb zusätzlich erhöhend.
Der Frauenanteil lag leicht unter dem Niveau des Vorjahresendes.
Der weitere Rückgang der absoluten Scope-1- und -2-Emissionen im Vergleich zu 2019 resultierte im Wesentlichen aus einem geringeren Dieselverbrauch sowie einem größeren Einsatz von HVO. Der in den Zügen des elektrifizierten Fernverkehrs eingesetzte Ökostrom verursacht keine Treibhausgasemissionen im Betrieb.