Biologische Vielfalt und Ökosysteme (ESRS E4)

Zusätzliche Inhalte

Der DB-Konzern berichtet zusätzlich zu den nach den ESRS erforderlichen Angaben auch über weitere Themen, um u. a. darüber hinausgehende Anforderungen von Stakeholdern zu erfüllen. Das umfasst die Themen »Vegetationskontrolle« und »Vogelschutz«.

Vegetationskontrolle

Dem Schutz von Natur und Umwelt messen wir eine hohe Bedeutung bei, gleichzeitig hat die Sicherheit der Reisenden für den DB-Konzern höchste Priorität. Die Vegetationskontrolle im Gleis steht dabei im Spannungsfeld beider Ziele und hat maßgebliche Auswirkungen auf Sicherheit, Verfügbarkeit und Umweltverträglichkeit unserer Infrastruktur. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, setzen wir auf ein gesamthaftes, nachhaltiges Vegetationsmanagement, das ein koordiniertes Zusammenspiel verschiedener Maßnahmen vorsieht. Dazu zählen insbesondere die digitale und effiziente Planung der Vegetationskontrolle, der Einsatz neuer mechanisch-manueller Verfahren (z. B. technologisch weiterentwickelte Mähapparate) sowie die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln wie Pelargonsäure. Unsere Erfahrungen und Erkenntnisse aus diesem Maßnahmenmix teilen wir im Austausch mit anderen europäischen Bahnen (DACH-Austausch, Mitarbeit in der International Union of Railways (UIC)). In den vergangenen Jahren wurden alternative, umweltverträgliche Verfahren und Anwendungsstrategien im Bereich des mechanischen Vegetationsmanagements weiterentwickelt und erprobt. Derzeit stehen diese jedoch für den flächendeckenden Einsatz noch nicht oder nur eingeschränkt zur Verfügung. Um die Sicherheit des Bahnbetriebs jederzeit gewährleisten zu können, greifen wir daher weiterhin ergänzend auf zugelassene Herbizide zurück. Grundsätzlich kommen bei der chemischen Vegetationskontrolle ausschließlich Wirkstoffe zum Einsatz, die vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit speziell für den Gleisbereich zugelassen sind. Gemeinsam mit Partnern aus Industrie und Wissenschaft treiben wir die Entwicklung innovativer Lösungen für ein nachhaltiges Vegetationsmanagement kontinuierlich voran. Zudem erfassen und analysieren wir die Vegetationsentwicklung regelmäßig, um eine aktive Steuerung von Bewuchstoleranzen und eine weitere Optimierung der eingesetzten Maßnahmen zu ermöglichen.

Chemische Vegetationskontrolle durch DB InfraGO202520242023
Eingesetzte Wirkstoffmenge in t46,219,421,4
Anteil Länge behandelter Gleise 1) in %211514
Wirkstoffmenge je behandelten Gleiskilometer in kg3,72,12,5

1) Die Länge aller Gleise beträgt rund 61.000 km.

Die erhöhte Ausbringungsmenge von Herbizidwirkstoffen ist insbesondere darauf zurückzuführen, dass Pelargonsäure 2025 erstmals in größerem Umfang zweifach ausgebracht wurde, um die Wirksamkeit sicherzustellen. Dies entspricht den Anwendungsvorgaben des Herstellers und den gesetzlichen Vorgaben. Zudem wurden aufgrund behördlicher Genehmigungen mehr Gleiskilometer behandelt.

Vogelschutz

Wir arbeiten kontinuierlich daran, unsere Umwelt- und Naturschutzmaßnahmen systematisch zu überwachen und auf dieser Basis gezielt weiterzuentwickeln. Um die Wirksamkeit und den Erfolg von Vogelschutzmaßnahmen an Oberleitungsanlagen künftig präziser bewerten zu können, wurde 2023 ein mehrjähriges Forschungsprojekt beim Deutschen Zentrum für Schienenverkehrsforschung gestartet. Dabei werden unterschiedliche kamerabasierte Methoden untersucht, die sowohl den Bedarf als auch den Erfolg der Vogelschutzmaßnahmen erfassen sollen. 2025 wurde an zwei Standorten, an denen Kameras installiert waren, eine automatisierte Datenerhebung durchgeführt, um einen Detektor und Klassifikator zu entwickeln, mit dem das Vorkommen und Verhalten von Vögeln und Vogelarten an Oberleitungsanlagen bewertet werden kann. Parallel wurden die erfassten Daten testweise durch das vollautomatisierte Monitoring ausgewertet.

Im Rahmen der regelmäßigen Vollinspektion der Oberleitungen werden zur Verbesserung Vogelschutzmaßnahmen an den Isolatoren durchgeführt. Auch Bahnstromleitungen werden in Gebieten mit einer hohen Gefahr für Vogelkollisionen sicherer gemacht.

Kurzschlussereignisse an Oberleitungsanlagen202520242023
Durch Tiere verursacht3.0563.4713.013
Anteil durch Vögel verursacht in %949493
Anteil durch kleine Säugetiere verursacht in %667

Die Anzahl der Kurzschlussereignisse ist 2025 um rund 12 % zurückgegangen und liegt damit auf dem Niveau von 2023. Die Entwicklung ist auf natürliche, populationsbedingte Schwankungen im Vogelbestand zurückzuführen.

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