Maßnahmen
Die strategische Ausrichtung von DB InfraGO ist in acht Handlungsfeldern formuliert und konzentriert sich darauf, die Eisenbahninfrastruktur hochverfügbar und digital verdichtet bereitzustellen. Die Modernisierung des Bestandsnetzes hat dabei höchste Priorität. Folgende Maßnahmen standen 2025 im Fokus:
Verfügbarkeit und Betrieb
Das Handlungsfeld Verfügbarkeit und Betrieb ist darauf ausgerichtet, die Anlagenverfügbarkeit nachhaltig zu stabilisieren und die betriebliche Qualität kontinuierlich zu verbessern. Ziel ist es, infrastrukturbedingte Verspätungen spürbar zu verringern und Langsamfahrstellen zeitnah zu beseitigen.
»Bauen im Takt«
Seit 2024 ist das System »Bauen im Takt« eingeführt. Dieses Konzept mit verbindlichen und vorausgeplanten Sperrzeiten ermöglicht eine frühzeitige Kommunikation der Bauphasen an die EVU. Gleichzeitig soll durch diese fokussierte Modernisierung der Anlagenzustand verbessert und durch feste Instandhaltungsintervalle stabil gehalten werden. Durch eine gewerkeübergreifende Bündelung von Maßnahmen wird eine höhere Instandhaltungsmenge pro Sperrstunde erreicht. Gleichzeitig schaffen instandhaltungsfreie Zeiträume eine verbesserte Streckenverfügbarkeit und tragen damit zur Leistungsfähigkeit und Verlässlichkeit des Schienennetzes bei.
Für investive Bautätigkeiten und Modernisierungen werden künftig ergänzend »Invest-Container« eingeführt. Aufgrund der erforderlichen Vorlauffristen kommen diese erstmals ab 2027 planmäßig zur Anwendung. Der angelaufene Planungsprozess zeigt, dass etwa 70 % der vorgesehenen Baumaßnahmen innerhalb der definierten Container realisiert werden können. Die Integration der »Invest-Container« in den Netzfahrplan wird die Zahl unterjähriger Fahrplananpassungen deutlich reduzieren und so die Verfügbarkeit des Netzes weiter erhöhen. Nicht genutzte Instandhaltungs-Container werden mit einem Vorlauf von sieben Tagen für den Gelegenheitsverkehr freigegeben. Dadurch wird eine flexible und effiziente Kapazitätsnutzung im Betriebsablauf ermöglicht.
Die Konzeptionsphase für »Bauen im Takt« in der Instandhaltung wurde 2024 abgeschlossen. Seitdem finden die Instandhaltungsarbeiten im Vierwochentakt in bisher rund 3.500 Containern statt (Stand per 31. Dezember 2025). Die Instandhaltungsstrecken befinden sich in den Netzsegmenten mit hoher und sehr hoher Auslastung sowie auf ausgewählten Strecken des übrigen Netzes, die für baubedingte Umleitungen überregionaler Verkehre im Personen- und Güterverkehr wichtig sind. Bei »Bauen im Takt« handelt es sich um eine Regelmaßnahme mit unbegrenzter Gültigkeit.
Für die Umsetzung von »Bauen im Takt« wurde eine interdisziplinäre Programmstruktur geschaffen, die u. a. aus einem Sounding Board einer Programmleitung, einer Programmsteuerung sowie dem Programm-Kernteam besteht.
Hochleistungsnetz
Ein weiteres zentrales Handlungsfeld ist die Transformation des hochbelasteten Netzes in ein Hochleistungsnetz. Für den Zeitraum bis 2030 ist eine Umsetzung auf rund 2.500 km vorgesehen. Bis 2036 sind derzeit etwa 4.200 km im Rahmen unserer Infrastrukturprogramme geplant.
Korridorsanierungen
Im Juni 2022 haben Bund und DB-Konzern Pläne für ein neues Hochleistungsnetz zur nachhaltigen Verbesserung von Qualität und Zuverlässigkeit der Infrastruktur vorgestellt. Die Pläne zielen darauf, durch umfassende Korridorsanierungen und eine Hochleistungsinstandhaltung der zentralen Schienenkorridore stabile und leistungsfähige Strukturen für das System Schiene zu schaffen. Die umfassende Erneuerung stark belasteter Korridore soll die Qualität und Verfügbarkeit des Netzes erhöhen, infrastrukturbedingte Verspätungsursachen reduzieren und die Grundlage für eine verlässliche Angebotsausweitung im Personen- und Güterverkehr schaffen.
Ein Instrument auf dem Weg zum Hochleistungsnetz sind Korridorsanierungen, bei denen im Rahmen einer mehrmonatigen Totalsperrung alle Anlagen ersetzt, die Leistungsfähigkeit der Anlagen u. a. durch erhöhte technische Standards gesteigert, Bahnhöfe ganzheitlich gestaltet werden und so im sanierten Abschnitt Baumaßnahmen für mehrere Jahre vermieden werden sollen.
Den Auftakt bildete von August bis Dezember 2024 die Korridorsanierung der Riedbahn. In 2025 folgten die Korridorsanierung Emmerich — Oberhausen sowie der Beginn der Korridorsanierung Hamburg — Berlin im August 2025. Die Reihung der Korridorsanierungen wurde mit dem Bund zusammen festgelegt und veröffentlicht. Die Sanierung der 41 Korridore soll bis 2036 abgeschlossen sein.
Weitere Informationen zu den Korridorsanierungen im Zusammengefassten Lagebericht im Abschnitt Transformation in ein Hochleistungsnetz
Hochleistungsinstandhaltung
Mit der Hochleistungsinstandhaltung entwickelt DB InfraGO seine Instandhaltungsstrategie weiter, um das korridorsanierte Hochleistungsnetz robuster und zuverlässiger zu machen. Der Ansatz basiert auf drei zentralen Säulen: nachhaltige Prävention, digitale Instandhaltung und schnelle Entstörung.
Weitere Informationen zur Hochleistungsinstandhaltung im Zusammengefassten Lagebericht im Abschnitt Transformation in ein Hochleistungsnetz.
Bahnhöfe
Zukunftsbahnhöfe
Ein weiteres wichtiges Handlungsfeld der Strategie von DB InfraGO in Bezug auf Infrastrukturmodernisierung sind die Zukunftsbahnhöfe, die als leistungsstarker und attraktiver Zugang zum System Schiene weiterentwickelt werden. Im Mittelpunkt steht die ganzheitliche Modernisierung der Bahnhöfe zur Steigerung ihrer Attraktivität und Leistungsfähigkeit.
Gemeinsam mit dem Bundesministerium für Verkehr (BMV) und dem EBA hat DB InfraGO ein abgestimmtes Zielbild entwickelt, nach dem Bahnhöfe ganzheitlich entlang klarer Standards modernisiert werden sollen. Dieses Zielbild ist im Handbuch Zukunftsbahnhöfe festgehalten und mit der Ausführungsvorschrift des EBA am 28. November 2024 in Kraft getreten.
Bahnhöfe sollen im gesamten Netz zu attraktiven Zukunftsbahnhöfen ausgebaut werden. Dabei werden feste Bau- und Ausstattungsstandards umgesetzt, die nicht nur die Infrastruktur selbst, sondern auch die Erreichbarkeit und das Bahnhofsumfeld berücksichtigen. Die Standards sind im Handbuch Zukunftsbahnhöfe definiert und orientieren sich an den jeweiligen Bahnhofskategorien bzw. Produktlinien.
Übergeordnete Ziele sind außerdem die Steigerung der Kund:innenzufriedenheit und die Erhöhung der barrierefreien Zugänglichkeit für alle Reisenden.
Dabei werden feste Bau- und Ausstattungsstandards umgesetzt, die nicht nur die Infrastruktur selbst, sondern auch die Erreichbarkeit und das Bahnhofsumfeld berücksichtigen. Die Standards sind im Handbuch Zukunftsbahnhöfe definiert und orientieren sich an den jeweiligen Bahnhofskategorien bzw. Produktlinien. Übergeordnete Ziele sind außerdem die Steigerung der Kund:innenzufriedenheit und die Erhöhung der barrierefreien Zugänglichkeit für alle Reisenden.
Maßnahmenpläne 2026
Die genannten Maßnahmen werden 2026 wie beschrieben fortgeführt.