Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft (ESRS E5)

Maßnahmen (E5-2)

Wir streben an, unseren Bedarf an Neumaterial zu reduzieren und Materialien möglichst lange im Wertschöpfungskreislauf zu halten. Nachfolgend werden unsere wichtigsten Maßnahmen für eine nachhaltigere Ressourcennutzung vorgestellt.

Wiederaufbereitung von Gleisschotter

Ein zentrales Element für mehr Kreislaufwirtschaft im DB-Konzern ist die fortlaufende Wiederaufbereitung von Gleisschotter im Rahmen der Erneuerung und Instandhaltung unseres Schienennetzes in Deutschland. Dabei wird abgenutzter Altschotter mobil direkt an der Baustelle oder stationär gereinigt, aufbereitet und für den Wiedereinsatz im Schienennetz vorbereitet. So werden nicht nur die benötigte Menge an Neuschotter, sondern auch die damit verbundenen abbau- und transportbedingten Treibhausgasemissionen deutlich reduziert. Ist der abgenutzte Altschotter für den Wiedereinsatz ungeeignet, wird er für die weitere Nutzung als Splitt bzw. Brechsand im Straßenbau eingesetzt. 2025 wurden mit der mobilen Bettungsreinigung, bei der Schotter aufgenommen, gesiebt, gereinigt und direkt wieder ins Gleis zurückgelegt wird, rund 1,6 Mio. t (im Vorjahr: 1,2 Mio. t) Gleisschotter vor Ort behandelt. Die angestiegene Aufbereitungsmenge lässt sich auf unsere gestiegenen Bauaktivitäten zurückführen. Davon konnte rund die Hälfte, 0,8 Mio. t (im Vorjahr: 0,6 Mio. t), direkt wieder in das Schienennetz zurückgeführt werden.

Aufarbeitung von Altbetonschwellen

Einen weiteren wichtigen Beitrag zur Ressourcenschonung leistet die kontinuierliche Aufarbeitung von Altbetonschwellen für den Wiedereinsatz in unserem Schienennetz in Deutschland, wo es zulässig ist. Durch diese Maßnahme wird der Verbrauch von Primärressourcen, aber auch unser Abfallaufkommen reduziert. Schwellen, die sich nicht mehr für die Wiederverwendung eignen, gelangen über zertifizierte Entsorgungsunternehmen in den Recyclingkreislauf und finden bspw. als Baustoff im Straßen- oder Wegebau eine neue Verwendung. 2025 wurden rund 200.000 aufgearbeitete Betonschwellen erneut im Gleisnetz verbaut (im Vorjahr: rund 240.000 aufgearbeitete Betonschwellen).

Schienenstahl

Im Bereich Schienenstahl wird Ressourcenschonung durch zwei zentrale Ansätze vorangetrieben:

  • Zum einen werden kontinuierlich noch nutzbare Altschienen aufbereitet und erneut in unser Schienennetz in Deutschland eingesetzt.
  • Zum anderen gewinnt die Beschaffung von emissionsreduziertem Stahl zunehmend an Bedeutung. Nicht mehr nutzbare Schienen werden dem Recycling zugeführt. Einen wichtigen Meilenstein haben wir 2025 mit dem Abschluss eines Liefervertrags über rund 1.000 t emissionsarm produzierte Schienen abgeschlossen. Diese wurden auf einer Streckenlänge von rund 22 km wieder verbaut. Durch die Anwendung des Elektrolichtbogenverfahrens wird aus Altschienen und weiterem Schrott dieser neue emissionsarme Stahl hergestellt. Dadurch entfallen bis zu 100 % Primärrohstoffe (z. B. Eisenerz) und es fallen bis zu 70 % weniger CO₂e-Emissionen an. Bei rund 1.000 t emissionsarm produziertem Stahl beträgt die CO₂e-Einsparung rund 1.800 t. An den notwendigen Voraussetzungen für den flächendeckenden Einsatz von emissionsarmem Stahl arbeiten wir kontinuierlich.

Ausbau von Partnerschaften

Um recycelte und recyclingfähige Produkte zu fördern, stärkt der DB-Konzern die Zusammenarbeit mithilfe von Partnerschaften und der Teilnahme an unterschiedlichen Austauschformaten. Bspw. ist der DB-Konzern in nationalen und internationalen Verbänden und Gremien wie dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), der UIC und dem Deutschen Zentrum für Schienenverkehrsforschung (DZSF) aktiv zum Thema Kreislaufwirtschaft vernetzt. Beim DZSF läuft bspw. bis voraussichtlich 2026 das Projekt »Umweltfreundlicher Betonbau« zur Identifikation und Beurteilung von Ausgangsstoffen für den Betonbau im Eisenbahnbereich, Bewertung der Auswirkungen auf bestehende betontechnologische und regulatorische Ansätze und Einschätzung der Realisierbarkeit von zukünftigen Projekten unter Berücksichtigung von Klimaschutzzielen. Mit der ZIB wollen wir dazu beitragen, Klima- sowie Ressourcenschutz im Bahnbau zu stärken. Gemeinsam mit Planern, Bauverbänden und der Bahnbauindustrie arbeiten wir im Cluster »Grünes Planen, Bauen und Betreiben« an entsprechenden Lösungen. Weitere Informationen zu aktuellen Entwicklungen aus der ZIB im Abschnitt Maßnahmen (E1-3).

Maßnahmenpläne 2026

Die genannten Maßnahmen werden 2026 wie beschrieben fortgeführt.

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