Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft (ESRS E5)

Ressourcenmanagement im Output

Policies

Im Rahmen der konzernweiten Bestrebungen, nachhaltiger zu wirtschaften, nimmt die Kreislaufwirtschaft auch im Ressourcenoutput im DB-Konzern eine wichtige Rolle ein.

Die Fachrichtlinie »Kreislaufwirtschaft und Ressourceneffizienz« definiert klare Anforderungen und Prozesse, um die Wiederverwertung sowie die ressourcenschonende und gesetzeskonforme Entsorgung nicht mehr benötigter Materialien zu sichern. Ziel ist es, Umweltvorteile konzernweit auszubauen, Synergien effektiv zu nutzen und eine enge Zusammenarbeit im DB-Konzern zu gewährleisten. Damit trägt die Richtlinie maßgeblich zur kontinuierlichen Verbesserung des betrieblichen Umweltschutzes und zur Umsetzung verbindlicher Standards im DB-Konzern in Deutschland bei.

Auch im Rahmen unseres Umweltmanagementsystems gem. DIN ISO 14001 sind für den DB-Konzern in Deutschland klare Regelungen zur Kreislaufwirtschaft festgelegt. So wird bei Materialien und Stoffen, die nicht mehr benötigt werden, geprüft, ob sie recycelt werden können und über welchen Weg sie den DB-Konzern verlassen. Wir treten grundsätzlich als Abfallerzeuger auf und steuern und verantworten dadurch aktiv die rechtskonforme und ökologische Abfallentsorgung über Dritte bis zur endgültigen und ordnungsgemäßen Entsorgung. Für externe Entsorgungsleistungen werden Entsorgungsfachbetriebe beauftragt, die i. S. d. §56 Abs. 2 Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrwG) über die entsprechenden abfallfachlichen und -wirtschaftlichen Eignungen verfügen. Betrachtet werden alle im DB-Konzern anfallenden Abfälle, die gem. bestehenden Entsorgungsverträgen oder im Rahmen der in Deutschland geltenden kommunalen Überlassungspflicht einer Abfallentsorgung zugeführt werden.

Mit unserem internen Abfallmanagement erfassen und entsorgen wir nahezu jede Abfallart getrennt nach Einzelfraktionen. Dadurch können wir die Abfälle wieder einem Kreislauf zuführen und für spezifische Abfälle Erlöse erzielen.

Maßnahmen

Produkte möglichst lange zu verwenden, leistet ebenfalls einen wichtigen Beitrag für mehr Ressourcenschutz und bietet die Möglichkeit zur Abfallvermeidung und Verlängerung von Ressourcenkreisläufen. Deshalb verlängern wir die Lebensdauer unserer Züge bspw. durch kontinuierliche Instandhaltung und Modernisierung (Redesign). Wenn der DB-Konzern ein Fahrzeug ausrangiert, wird es entweder weiterverkauft oder es werden noch verwendbare Komponenten ausgebaut und der Rest des Fahrzeugs dem Recycling zugeführt. DB Regio betreibt auch eine Online-Plattform für den Verkauf von gebrauchten Bussen.

Insbesondere bei Bau und Instandhaltung unserer Schieneninfrastruktur und bei unserer Fahrzeugflotte fallen Abfälle an, die wertvolle Ressourcen wie Metalle und mineralische Baustoffe enthalten. Diese werden bereits heute überwiegend einem Recycling zugeführt und stehen dem Wirtschaftskreislauf weiterhin zur Verfügung. Wenn wir einen neuen Tunnel bauen oder anderweitig in ein Gelände eingreifen, fördern wir dabei große Mengen an Aushubmaterial aus der Erde. Die vielen Tonnen Sand, Kies, Ton und Naturstein geben wir zurück in den Kreislauf. Das Start-up Erdpool bietet Serviceleistungen rund um die nachhaltige Vermarktung mineralischer Rohstoffe. Erdpool unterstützt dabei, Material- und Standortdaten zu erfassen, und ermöglicht im Umkreis die Abnehmersuche bei Materialüberschuss und die Anbietersuche bei Materialbedarf, um eine automatische Potenzialeinschätzung eines anfallenden Materials vorzunehmen. Dadurch kann mehr Material wiederverwendet und können Transportwege verkürzt, Entsorgungskosten und Umweltschäden reduziert und so Infrastrukturprojekte nachhaltiger gestaltet werden. Mit der Vermarktung reduzieren wir den Abbau mineralischer Rohstoffe und schonen auch Deponiekapazitäten. Erdpool sorgt gleichzeitig dafür, dass das Aushub- sowie Ausbruchmaterial entsprechend den geltenden Umweltanforderungen geprüft wird.

Siedlungsabfälle haben nur einen kleinen Anteil an unserem Gesamtabfallaufkommen, sind aber die sichtbarste Fraktion in unseren Zügen und an unseren Bahnhöfen. Unseren Ansatz zur Entsorgung von gemischten Siedlungsabfällen mit dem Ziel, die enthaltenen Wertstoffe weitestgehend zu recyceln, haben wir fortgeführt. Alle recyclingfähigen Siedlungsabfälle geben wir zur Sortierung in moderne Vorbehandlungsanlagen, sodass aus den darin enthaltenen Wertstoffen mindestens 85 % sauber getrennt für ein Recycling zur Verfügung stehen.

Zu verbrennende Abfälle führen wir grundsätzlich der thermischen Abfallbehandlung zu. Dort wird die beim Verbrennen freigesetzte Energie als elektrische Energie, Wärme und/oder Prozessdampf genutzt.

Bei den als gefährlich eingestuften Abfällen gewährleisten spezielle Verfahren, dass sie sicher entsorgt werden. Wir berücksichtigen auch hierbei einen schonenden Umgang mit Ressourcen sowie Möglichkeiten für das Recycling oder die thermische Verwertung der Abfälle.

Ziele

Der DB-Konzern verfolgt eine nachhaltige Abfallwirtschaft, mit der er Ressourcenschonung, Transparenz und effiziente Entsorgung verbinden will. Kreislaufwirtschaft bedeutet für uns, im Output Produkte möglichst lange in der Wertschöpfungskette zu halten (auch i. S. d. KrWG) und – sofern es technisch und rechtlich möglich ist – unsere Abfälle zu recyceln, um somit den Bedarf an Primärrohstoffen und das Abfallaufkommen zu verringern.

Unsere Recyclingquote wollen wir auf einem sehr hohen Niveau von mindestens 95 % halten. Die Quote umfasst alle Abfälle des DB-Konzerns – darunter Bauabfälle, (Elektronik-)Schrott, Siedlungsabfälle, Papier und Altöl.

Kennzahlen

Abfallmenge (insgesamt) und Recyclingquote20252024Veränderung2023
absolut%
Abfallmenge (insgesamt) in Tsd. t9.2658.182+1.083+13,27.904
Recyclingquote in %97,896,0+1,896,7

Zeitraum 1. Oktober bis 30. September. 
Enthält aus dem Geschäftsfeld DB Cargo nur die DB Cargo AG. Die Abfälle sind durch eigene Aktivitäten angefallen und werden durch Dritte außerhalb des DB-Konzerns gemanagt.

2025 ist das Abfallaufkommen gestiegen. Den größten Anteil hatte wieder das Bauabfallaufkommen mit rund 95 %. Grund für den absoluten Anstieg der Bauabfälle waren die umgesetzten Bauvorhaben im Rahmen der Korridorsanierungen. Auch 2025 haben wir unsere Recyclingquote auf einem hohen Niveau von mehr als 95 % gehalten.

Abfallmenge nach Abfallarten und Entsorgungsverfahren / in Tsd. t202520242023
Bauabfälle8.7767.7497.493
Recycling8.6007.4587.272
Thermische Verwertung und Beseitigung176290221
Schrott403341319
Recycling403340319
Thermische Verwertung und Beseitigung0,00,40,2
Elektronikschrott1,41,81,3
Recycling1,41,71,1
Thermische Verwertung und Beseitigung0,00,10,2
Siedlungsabfälle und Kunststoff45,550,660,2
Recycling27,028,031,6
Thermische Verwertung und Beseitigung18,522,628,7
Papier7,49,69,3
Recycling7,29,59,2
Thermische Verwertung und Beseitigung0,30,10,1
Altöl7,48,72,5
Recycling7,18,52,2
Thermische Verwertung und Beseitigung0,20,10,3
Sonstige 1)24,422,317,9
Recycling12,211,910,9
Thermische Verwertung und Beseitigung12,310,47,0
DB-Konzern9.2658.1827.904
Recycling9.0587.8587.646
Thermische Verwertung und Beseitigung207324257

Zeitraum 1. Oktober bis 30. September. 
Einzelwerte sind gerundet und addieren sich deshalb ggf. nicht auf. 
Enthält aus dem Geschäftsfeld DB Cargo nur die DB Cargo AG.
Die Abfälle sind durch eigene Aktivitäten angefallen und werden durch Dritte außerhalb des DB-Konzerns gemanagt.
1) Z. B. Farben, Lacke, Schlämme und weitere Abfälle der Instandhaltung.

Durch gezielte Maßnahmen, wie den selektiven Rückbau und die vertragliche Bindung von Sortier- und Recyclinganlagen, können wir den Anteil wiederverwendbarer Abfälle hoch und den Anteil der zu beseitigenden oder zu verbrennenden Abfälle auf einem sehr niedrigen Niveau halten. 2025 wurden insbesondere bei unseren Bauabfällen weniger als gefahrenrelevant eingestuft, was sich positiv auf das Verhältnis unserer Abfälle, also von Recycling und thermischer Verwertung und Beseitigung, ausgewirkt hat.

Abfallmenge von gefährlichem und nicht gefährlichem Abfall / in Tsd. t202520242023
Gefährlicher Abfall530579378
Anteil Recycling in %77,168,061,8
Anteil thermische Verwertung und Beseitigung in %22,932,038,2
Nicht gefährlicher Abfall8.7367.6037.526
Anteil Recycling in %99,098,298,5
Anteil thermische Verwertung und Beseitigung in %1,01,81,5
DB-Konzern9.2658.1827.904

Zeitraum 1. Oktober bis 30. September. Einzelwerte sind gerundet und addieren sich deshalb ggf. nicht auf.
Enthält aus dem Geschäftsfeld DB Cargo nur die DB Cargo AG.
Die Abfälle sind durch eigene Aktivitäten angefallen und werden durch Dritte außerhalb des DB-Konzerns gemanagt.

Von dem 2025 angefallenen Abfall wurden rund 94 % (im Vorjahr: rund 93 %) als nicht gefährlich eingestuft. Dies umfasst bspw. Siedlungsabfälle und den größten Teil der Bauabfälle. Die restlichen rund 6% umfassen Abfälle, die eine Gefahr für Gesundheit und Umwelt darstellen – wie bspw. Altöl, kontaminiertes Altholz oder verunreinigte Boden- und Bauabfälle.

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