Nachhaltigkeit in der Lieferkette
Der DB-Konzern will durch transparente und verantwortungsvolle Lieferketten einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung leisten. Unsere Lieferanten übernehmen mit ihren Nachhaltigkeitsleistungen und ihrer Innovationskraft eine aktive Rolle für den gemeinsamen Geschäftserfolg.
Soziale und ökologische Kriterien sind in zahlreichen Warengruppenstrategien sowie in Vergaben als Eignungs-, Leistungs- oder Wertungskriterium verankert. Grundlage hierfür bilden sowohl der DB Verhaltenskodex für Geschäftspartner (Code of Conduct for Business Partners; CoC BP) als auch die DB Beschaffungspolitik, die die Anforderungen an verantwortungsvolles und nachhaltiges Handeln entlang der Lieferkette klar definieren. Der CoC BP wird im Rahmen der Lieferantenregistrierung verpflichtend anerkannt und beinhaltet u. a. die Achtung der Menschenrechte gem. den Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO-Kernarbeitsnormen). Auf dieser Grundlage und gem. den Anforderungen des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG) erfolgt ein risikobasierter Prüfprozess, u. a. durch Vor-Ort-Audits nach dem Sedex Members Ethical Trade Audit (SMETA)Standard, sofern beim Lieferanten begründete Anlässe eines erhöhten Risikos vorliegen. Zusätzlich bietet unser Beschwerdeverfahren die Möglichkeit, auf etwaige Missstände in unserer Lieferkette hinzuweisen.
2025 wurde erneut eine menschenrechtliche und umweltbezogene Risikoanalyse der Lieferkette durchgeführt. Die Ergebnisse flossen in Präventions- und Abhilfemaßnahmen sowie in risikoorientierte Lieferantengespräche ein. Eine IT-Lösung unterstützt die systematische Bewertung und Dokumentation dieser Risiken.
Darüber hinaus haben wir die Vorgehensweise zur Risikoabschätzung für die tiefere Lieferkette weiterentwickelt, um in spezifischen, priorisierten Lieferketten einen verbesserten Überblick über potenzielle und tatsächliche Risiken in vorgelagerten Wertschöpfungsketten zu erhalten. Erste warengruppenspezifische, risikominimierende Präventionsmaßnahmen wurden durch die betroffenen Geschäftsfelder identifiziert und auf ihre Wirksamkeit hin überprüft.
Seit 2023 setzt der DB-Konzern den Stufenplan für eine nachhaltige und transparente Lieferantenlandschaft um. Nachhaltigkeitsbewertungen werden dabei schrittweise verpflichtend eingeführt:
- Seit 2023: verpflichtende Abfrage in allen EU-Vergaben (ohne Mindestanforderungen).
- Seit 2024: verpflichtende Vorlage nach Vertragsabschluss bei Vergaben über 100.000 € (ohne Mindestanforderungen).
- Seit 2025: in EU-Vergaben verpflichtende Nachhaltigkeitsbewertung mit definierten Mindestanforderungen.
- Ab 2026: bei Vergaben über 100.000 € verpflichtende Nachhaltigkeitsbewertung mit definierten Mindestanforderungen.
Bereits mehr als 1.700 Lieferanten (im Vorjahr: mehr als 1.200 Lieferanten) haben aktuelle Bewertungen (ohne definierte Mindestanforderungen) vorgelegt, wodurch rund 80 % (im Vorjahr: rund 70 %) unseres Einkaufsvolumens abgedeckt sind. Es werden Nachhaltigkeitsbewertungen berücksichtigt, die nicht älter als zwei Jahre sind.
Zur Weiterentwicklung nachhaltiger Entscheidungs- und Leistungskriterien arbeitet der DB-Konzern eng mit Industrieverbänden und der Brancheninitiative Railsponsible zusammen. 2025 wurde dort die Risikoanalyse zu ESG-Risiken in der Zug- und Schieneninfrastrukturlieferkette weiter vertieft.
Relevante Themen 2025
- Dialog mit der Bau- und Bahnindustrie: 2025 haben wir unseren intensiven Dialog mit der Bau- und Bahnindustrie auf mehreren Ebenen konsequent fortgeführt und weiter ausgebaut. Ziel ist es, gemeinsam tragfähige und nachhaltige Lösungen für den Hochlauf von Infrastrukturprojekten – insbesondere im Kontext der umfassenden Modernisierung des Schienennetzes – und für die Umsetzung der Digitalen Schiene Deutschland zu entwickeln. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei weiterhin auf den Hochleistungskorridoren. Ergänzend werden infrastrukturelle Maßnahmen berücksichtigt, die zur Sicherstellung und Weiterentwicklung der Leistungsfähigkeit des Schienennetzes im Personen- und Güterverkehr beitragen.
- Railway Forum 2025: Das Railway Forum 2025 bot dem DB-Konzern eine wichtige Plattform, um den Dialog mit der Bahnindustrie weiter zu vertiefen und Impulse für die Umsetzung der Strategie zu setzen. Die Veranstaltung ermöglichte es, Perspektiven aus Industrie, Forschung und Beschaffung zusammenzuführen und gemeinsame Herausforderungen im Hochlauf der Infrastrukturprojekte zu beleuchten.
Digitalisierung und Innovation in der Beschaffung
Die Weiterentwicklung der Beschaffung ist stark mit der Digitalisierung und (Teil-)Automatisierung von Prozessen verknüpft, die auf einer modernen, vernetzten IT-Infrastruktur basieren. Ziel ist es, vollständig geführte, benutzerfreundliche und digitalisierte End-to-End-Prozesse mit hoher Nutzer:innenorientierung zu etablieren. Der Fokus lag 2025 auf der Erprobung erster KI/GenAI-Anwendungsfälle. Zu den Nutzer:innengruppen zählen Bedarfsträger:innen aus allen Konzerngesellschaften, Lieferanten des DB-Konzerns sowie strategisch und operativ Einkaufende.
Nationale und internationale Aktivitäten
Der Fokus unserer Beschaffungsaktivitäten liegt unverändert in Europa. Aus wettbewerblichen Gründen und zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit arbeiten wir auch mit Lieferanten außerhalb der EU zusammen. Dort liegt der Schwerpunkt in Asien, insbesondere China und Indien. Unser International Procurement Office Asia in Shanghai/ China, hat seit seiner Eröffnung rund 1.000 Lieferanten für uns identifiziert und deren Entwicklung sowie Beteiligung in Vergaben entsprechend den geltenden Prozessen begleitet. Darüber hinaus identifiziert das International Procurement Office Asia im asiatischen Markt Innovationen für den DB-Konzern, etwa in den Bereichen Nachhaltigkeit und Digitalisierung.
2025 haben wir unseren Fokus noch einmal deutlicher nach Indien verschoben, um passende Lieferanten für die Absicherung der erhöhten Bedarfe, insbesondere im Bereich Infrastruktur und Instandhaltung zu finden. Außerdem tragen wir so zur Risikominimierung in den Lieferketten bei und reduzieren Abhängigkeiten von einzelnen Märkten.
Der Standort Shanghai managt den gesamten asiatischen Raum inkl. Indien zentral, um partnerschaftlich mit etablierten Lieferanten in China wie auch neuen Lieferanten in der erweiterten Region zusammenzuarbeiten. DB-Qualitätsmitarbeitende überwachen laufend die Produktion.
Die zuverlässige Versorgung mit Produkten durch unsere internationalen Lieferanten hat trotz der schwierigen geopolitischen Bedingungen einen wertvollen Beitrag zum stabilen Betrieb unserer Flotte geleistet.