Verbraucher und Endnutzer (ESRS S4)

Maßnahmen (S4-4)

Sicherheitsmaßnahmen können personeller oder technischer Art sein und werden oft kombiniert eingesetzt. Die folgenden Maßnahmen wurden 2025 durchgeführt.

In Zügen und Bahnhöfen sind insgesamt bundesweit rund 6.000 Beamt:innen der Bundespolizei und rund 4.500 Sicherheitskräfte des DB-Konzerns im Einsatz. Die Präsenz erhöht das Sicherheitsempfinden der Kund:innen, zugleich werden Sicherheitsrisiken frühzeitig erkannt. Die Lagebeurteilung und die Planung von Einsätzen erfolgt stets in enger Abstimmung zwischen Bundespolizei und DB-Konzern. Auf regionaler Ebene sind die sechs Lage- und Einsatzzentralen der DB Sicherheit die entscheidende Schnittstelle. Im Lagezentrum Bahnsicherheit in Berlin erfassen und bewerten Beamt:innen der Bundespolizei und Mitarbeitende des DB-Konzerns rund um die Uhr in gemeinsamen Räumlichkeiten die für den DB-Konzern relevante Sicherheitslage im In- und Ausland.

An den 18 Metropolbahnhöfen wurde die Präsenz des Sicherheitspersonals auf zwei 24/7-Doppelstreifen erhöht. Für Reisende und Bahnhofsbesucher:innen ist so mehr Personal sichtbar und direkt ansprechbar. In und um die Hauptbahnhöfe in Hamburg, Bremen und Hannover sind seit2025 gemeinsame Streifen mit Kräften der Bundes- und Landespolizei, von DB Sicherheit sowie von kommunalen Verkehrsunternehmen unterwegs. Das ermöglicht ein gezieltes Vorgehen für Sicherheit und Ordnung unabhängig von definierten Zuständigkeitsbereichen.

Bei der Kriminalitätsbekämpfung erzielten der DB-Konzern und die Bundespolizei Fortschritte beim Ausbau und der Modernisierung von Videotechnik. Per 31. Dezember 2025 verfügten rund 1.000 Bahnhöfe des DB-Konzerns über moderne Videotechnik. Rund 11.000 Multisensor-Kameras liefern Bilder an die Bundespolizei. Besonderheit der Multisensor-Kameras ist die kontinuierliche Erfassung mehrerer Perspektiven, sodass eine Multisensor-Kamera bis zu fünf konventionelle Kameras ersetzt. Damit konnte die Bundespolizei Erfolge bei der Aufklärung von Straftaten erzielen. Gemeinsam arbeiten wir am Ausbau der Videotechnik an weiteren Bahnhöfen. Zentrales Kriterium dabei ist neben der Frequenz und der Zahl bekannt gewordener Straftaten die Gefährdungseinschätzung der Bundespolizei. Zugriff auf die Videoaufzeichnungen hat ausschließlich die Bundespolizei. In unseren Nahverkehrs- und S-Bahn-Zügen sorgten per 31. Dezember 2025 knapp 60.000 Videokameras für Sicherheit (per 31. Dezember 2024: rund 52.000). Die Nahverkehrsflotte verfügt damit zu rund 90% über Videotechnik in den Fahrgasträumen. Nachdem Sicherheitskräfte bereits seit 2016 Bodycams zum Schutz vor Angriffen tragen, sind die Geräte seit 2024 auch für das Zugpersonal von DB Regio auf freiwilliger Basis verfügbar. Alle Mitarbeitenden können entscheiden, ob sie die vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellte Bodycam nach entsprechender Schulung zu technischen und rechtlichen Fragen tragen möchten. Das Angebot wird inzwischen von rund 1.400 Mitarbeitenden von DB Regio genutzt, das entspricht rund einem Drittel des Zugpersonals. Nach dem Testbetrieb im Vorjahr ist der Anteil 2025 stark gestiegen, da sich nach dem Abschluss der vorausgesetzten Schulung viele Mitarbeitende für das Tragen der Bodycam entschieden haben. Auch DB Fernverkehr hat 2025 begonnen, den Einsatz von Bodycams beim Zugpersonal zu erproben.

Mit der Video Security Cloud (VSC) entsteht ein standardisierter, cloudbasierter Ansatz für die zentrale Speicherung und Auswertbarkeit von Videobildern. Die VSC trägt dazu bei, Videodaten einfacher und schneller bereitzustellen und die polizeilichen Folgeprozesse entsprechend zu beschleunigen. Dies zahlt positiv auf die Sicherheit der Reisenden ein. 2025 wurden u. a. wichtige Features in der Testumgebung umgesetzt und damit der Weg für eine effiziente, nutzerzentrierte Lösung geebnet. Perspektivisch soll es Erweiterungen um weitere Use Cases geben, bspw. Live-Videoübertragungen, Bodycam-Integration sowie intelligente Videoanalyse und auch die weitere Einbindung der Landespolizeien (neben der Bundespolizei) in den Metropolregionen.

Seit 2023 ist die Corporate Security Platform (CSP) schrittweise in Betrieb gegangen. Rund 140.000 Mitarbeitende (im Vorjahr: rund 128.000) haben die Möglichkeit, über mobile Endgeräte Meldungen und Ereignisse in der CSP zu erfassen. Darunter sind nahezu alle Mitarbeitenden mit Kundenkontakt sowie Mitarbeitende, die im Außendienst für Infrastrukturanlagen verantwortlich sind. Zudem besteht eine Eingabemöglichkeit für alle DB-Mitarbeitenden über mit dem DB-Netzwerk verbundene Computer.

2025 bildete die Plattform erstmals ein umfassendes Bild der Sicherheitslage ab. Entscheidend dafür war, dass Mitarbeitende Ereignisse über die CSP direkt und intuitiv über ihre dienstlichen Endgeräte (Mobiltelefone, Tablets etc.) eingeben können. Mit dieser niedrigschwelligen Eingabemöglichkeit entfallen bisherige Hürden bei der Meldung. Zuvor wurden Meldungen individuell dokumentiert oder konnten oftmals nur über Vorgesetzte in die Systeme einfließen. Insbesondere kleine Sachbeschädigungen, Hausrechtsverstöße oder Angriffe ohne Verletzungsfolge blieben so oft ungemeldet. Die CSP bietet seit 2025 auch die Möglichkeit, direkt bei der Eingabe eine Strafanzeige bei der Polizei zustellen.

Auswertungen in der CSP unter Berücksichtigung verschiedener Parameter erlauben Rückschlüsse auf z. B. Orte und Zeiten mit erhöhter Kriminalität oder wiederkehrende Phänomene, bspw. im Zusammenhang mit Fußball-Fanreisen. Die CSP erlaubt eine tagesaktuelle Auswertung einzelner Ereignisse sowie Vergleiche mit anderen Zeiträumen. Zudem lassen sich aus der CSP Berichte generieren, die wichtige Anhaltspunkte für die Bewertung der Sicherheit in Zügen und Bahnhöfen liefern und damit Schwerpunkte für die Weiterentwicklung von Sicherheitskonzept und Sicherheitsmaßnahmen setzen.

Die Sicherheitskräfte des DB-Konzerns werden regelmäßig geschult. Die Schulungen umfassen je nach Einsatzgebiet und Aufgabe 6 bis 20 Tage pro Jahr. Vermittelt werden rechtliche Grundlagen aus dem Zivil- und Strafrecht. Ein besonderer Fokus liegt auf der Angemessenheit von Einsätzen und Maßnahmen etwa im Hinblick auf Grund- und Menschenrechte. Im praktischen Teil trainieren die Mitarbeitenden insbesondere die Eigensicherung, also Angriffe zu vermeiden, abzuwehren sowie Angreifende und andere Straftäter:innen sicher festzuhalten und an die Polizei zu übergeben. Für den Einsatz im Bahngelände werden zudem Kenntnisse über das sichere Verhalten im Bahnbetrieb vermittelt.

Für die Sicherheit von Kund:innen und Mitarbeitenden ist ein Schutz der kritischen Infrastruktur wesentlich. Zur kritischen Infrastruktur des DB-Konzerns gehören Infrastrukturanlagen wie Gleise, Bahnhöfe, Weichen, Signale, Telekommunikationsanlagen, Brücken, Tunnel oder Umschlag-, Rangier- und Abstellanlagen. Bei einem Streckennetz von rund 33.000 km Länge ist eine flächendeckende und lückenlose Überwachung nicht umsetzbar. Dennoch haben wir gemeinsam mit der Bundespolizei Konzepte entwickelt, um die Infrastruktur besser gegen Eingriffe zu schützen. So hat der DB-Konzern von 2023 bis 2025 insgesamt 280 zusätzliche Sicherheitskräfte zum Schutz von Strecken, Anlagen und Bauten eingestellt und spezifisch ausgebildet. Zusätzlich laufen seit 2023 kontinuierlich Aktivitäten, um die Infrastruktur resilienter zu machen. Dazu gehören die Installation redundanter Versorgungs- und Datenleitungen und die Entwicklung von Rückfall- und Ersatzkonzepten.

Im Forschungsvorhaben »Sicherheitsbahnhof« erforschen und erproben wir gemeinsam mit der Bundespolizei und wissenschaftlicher Begleitung neue Sicherheitstechnologien. Im Mittelpunkt stehen die Steigerung der Sicherheit der Bahnhofsbesucher:innen und der Schutz der kritischen Infrastruktur. Ziel ist es, Gefahren, insbesondere in zeitkritischen Situationen, zuverlässig und frühzeitig zu erkennen, um zielgerichtet intervenieren und Schäden verhindern zu können. 2025 haben wir in Praxistests Daten über die Auswirkung von Zugangsbarrieren an Bahnsteigen auf die Fahrgastströme erhoben. Die Daten werden derzeit ausgewertet.

Die beschriebenen Maßnahmen werden 2026 fortgeführt.

2026 will der DB-Konzern mit einem Sofortprogramm für mehr Sauberkeit und Sicherheit in den Bahnhöfen spürbare Verbesserungen für die Kund:innen erzielen. Mehr Personal und mehr technische Unterstützung sollen das Sicherheitsempfinden verbessern und für ein sauberes Erscheinungsbild sorgen.

Insbesondere bei der Nutzung von Bodycams ist für 2026 eine Ausweitung geplant, wobei die Ausrüstung von Mitarbeitenden in den Zügen von DB Regio und DB Fernverkehr im Fokus steht. Bis Ende 2026 sollen – auf weiterhin freiwilliger Basis – alle Mitarbeitenden im Regional- und Fernverkehr Bodycams tragen können. Auch Mitarbeitende in den Bahnhöfen, sowohl im Bahnhofsservice als auch im Verkauf, sollen bis Ende 2026 mit Bodycams ausgestattet werden.

Ein weiterer Schwerpunkt 2026 wird die Intensivierung der Zusammenarbeit mit Polizeibehörden und kommunalen Ordnungsbehörden sein. Stärker als bisher sollen die Bahnhöfe und ihr Umfeld als Einheit betrachtet werden. Geplant sind übergreifende Sicherheitskonzepte und gemeinsame Streifen von Bundes- und Landespolizei sowie Sicherheitskräften kommunaler Verkehrsunternehmen und Ordnungsämter.

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