Verbraucher und Endnutzer (ESRS S4)

Maßnahmen (S4-4)

2025 lag der Fokus auf der Verbesserung der Reisendeninformation durch eine verbesserte Bereitstellung von verlässlichen, konsistenten und handlungsleitenden Informationen, insbesondere in Störungssituationen. Verlässlichkeit bezieht sich insbesondere auf die Korrektheit von Daten zu Haltausfällen, Gleiswechseln und Verspätungsprognosen in unseren Auskunftssystemen, während Konsistenz auf die Informationsabweichung zwischen den Kanälen Gleisanzeiger, DB Navigator und Zug abzielt. Handlungsleitende Informationen tragen für die Kund:innen dazu bei, Unsicherheit zu reduzieren und individuelle Problemlösungen zu ermöglichen. Dies können u. a. Informationen zur aktuellen Lage, konkrete Empfehlungen oder praktikable Alternativen sein. Die kontinuierliche Weiterentwicklung unserer Reisendeninformationssysteme ist ein Kernelement unserer Strategie zur Verbesserung der Kundenzufriedenheit und Effizienz im Betrieb.

Zentraler Bestandteil dieser Systemlandschaft ist die Reisendeninformationsplattform (RI-Plattform), die als Datenplattform für Mobilitätsdaten fungiert. Die RI-Plattform verarbeitet die Daten der Eisenbahnverkehrs- und -infrastrukturunternehmen und stellt sie den Kundenkanälen als »Single Source of Truth« zur Verfügung. Neben den Kundenkanälen fließen die Daten der RI-Plattform auch in weitere Anwendungen, darunter vielfältige API-(Application Programming Interface-)Services für Datenaustausche, Wagenreihungsinformationen, Kartenfunktionalitäten, Anwendungen für Mitarbeitende, die KI-gestützte Berechnung von Ankunfts-, Abfahrts- und Umstiegsprognosen sowie diverse Fahrgastinformationssysteme.

Alle im Folgenden beschriebenen Maßnahmen zielen auf eine verbesserte Reisendeninformation v. a. für Reisende im Schienenverkehr in Deutschland.

2025 standen für die Umsetzung von Maßnahmen sowie die Vorbereitung weiterer Maßnahmen für 2026 und 2027 Mittel i. H. v. rund 16 Mio. € zur Verfügung. Darüber hinaus gehören personelle Ressourcen durch Mitarbeit und Zusammenarbeit mit Vertreter:innen aus allen Geschäftsfeldern dazu. Auch im Mittelfristzeitraum stehen jährlich rund 16 Mio. € für die Umsetzung der Maßnahmen 2026 und 2027 zur Verfügung.

Die Wirksamkeit und Zielerreichung der Maßnahmen wird über die quantitative Messung der Kundenzufriedenheit sowie die qualitative Überprüfung der Fertigstellung der geplanten Maßnahmen nachverfolgt und bewertet.

Die Koordination und Verfolgung der Umsetzung fand 2025 im Rahmen des Verbundprozesses »Reisende informieren« sowie des S3-Projekts Reisendeninformation statt.

2025 wurden Verbesserungen der Funktionen und Darstellungen zu Abweichungen und Alternativen in den digitalen Vertriebskanälen umgesetzt. Alle für 2025 geplanten Maßnahmen wurden umgesetzt. Dazu gehörten bspw. die Darstellung von Alternativen im Vor- und Nachlauf, die Verbesserung der Alternativensuche durch Suchoptionen, handlungsleitende und verständliche Störungskommunikation u. a. für Sollfahrplanänderungen sowie die Optimierung von Hinweistexten u. a. für Ersatzhalte und Umstiege im gleichen Bahnhof.

Das Projekt »Reisendeninformation der Zukunft« von DB InfraGO mit dem Roll-out des neuen, zentralen Reisendeninformationssystem (IRIS+) wurde 2025 weiter vorangebracht. In Kombination mit der RI-Plattform werden über dieses System an rund 800 Bahnhöfen Informationen für Reisende am Bahnhof ausgespielt.

2025 wurden der zentrale Betrieb, die Betriebsvorbereitung sowie die kundenorientierte Weiterentwicklung der Reisendeninformation (RI) in einer Organisationseinheit gebündelt. Damit setzen wir ein einheitliches strategisches RI-Zielbild um, verbessern Abstimmungs- und Entscheidungsprozesse, schaffen konsistente Ansprechpartner für Stakeholder und verbessern die Kundeninformation an jedem unserer Bahnhöfe.

Leistungsfähige Endgeräte bilden die Basis unserer RI. An rund 4.500 kleineren Bahnhöfen löst eine neue Generation mehrzeiliger dynamischer Schriftanzeiger (DSA+) die einzeiligen Anzeigegeräte ab. Neu ist zudem ein barrierefrei erreichbarer Taster für die zusätzliche Sprachausgabe. 2025 konnten rund 1.800 neue Endgeräte installiert werden. Insgesamt sind damit rund 2.800 DSA+ an den Bahnhöfen installiert. Bis spätestens Mitte 2028 soll der Tausch aller 7.000 Geräte abgeschlossen sein. Gleichzeitig wird der Roll-out des DAB (Digitaler Aushangfahrplan Bau) fortgesetzt. Bis Ende 2025 wurden insgesamt rund 1.950 dieser neuen Geräte bundesweit installiert.

An den Metropol-, Knoten- sowie städtischen S-Bahnhöfen werden moderne, mehrfarbige Zug-Info-Monitore (ZIM) installiert. 2025 konnten rund 1.000 ZIM installiert werden, u. a. die ersten rund 40 großformatigen LED-Zugtafeln in Empfangsgebäuden wie am Berliner Hbf. Zur besseren Lesbarkeit wurden die Anzeigen optimiert: Größere Schrift (rund +30%) für Ziel, Abfahrtszeit und Zugnummer, überarbeitete Struktur sowie harmonisierte Piktogramme und Texte. Eine Pixelschrift verbessert Schärfe und Ruhe des Schriftbilds. Zur besseren Orientierung werden farbige Zugbezeichnungen pilotiert. Zentrale Informationen werden zweisprachig dargestellt. Die neue LED-Technik steigert die Erkennbarkeit bei Sonneneinstrahlung und reduziert den Energieverbrauch.

Für den Ersatzverkehr im Rahmen der Korridorsanierungen setzt DB InfraGO auf ein durchgängiges digitales und analoges Informationskonzept. Um Reisende verlässlich, verständlich und proaktiv zu informieren, werden an stark frequentierten Standorten E-Paper-Anzeiger mit Echtzeitdaten und Vorlesefunktion eingesetzt. Zusätzlich können relevante Informationen, Live-Maps und Standortdaten der Busse per QR-Code gebündelt abgerufen werden. Vor Ort sorgen konsistente, mehrsprachige und barrierefreie analoge Hinweise für Orientierung. Der Mobilitätsservice unterstützt gezielt bei individuellen Bedarfen und steht im Austausch mit dem Busunternehmen.

2025 wurde die Vorbereitung der Ablösung der bisherigen DB-EVU-Dispositionssysteme durch verbesserte Systeme weiter vorangetrieben. Diese sollen die Eingabe von Reisendeninformationen effizienter ermöglichen und Disponent:innen bei der fokussierten und effizienten Abarbeitung notwendiger fahrtbezogener Anpassungen unterstützen und so die Rechtzeitigkeit der Informationsverfügbarkeit erhöhen. Die Vorbereitungen sind 2025 umgesetzt worden, inkl. erster produktiver Einsätze. Die finale Ablösung erfolgt stufenweise bis 2027 und soll in 2026 beginnen.

Reisendeninformation ist ein Schwerpunktbereich der Anfang 2026 neu gestarteten Sofortprogramme Das Maßnahmenportfolio für 2026 beinhaltet u. a.:

  • Verbesserungen der Funktionen und Darstellungen in den digitalen Vertriebskanälen (bahn.de/DB Navigator) durch verständlichere und handlungsleitendere Informationen zu Abweichungen und Alternativen unter Berücksichtigung der betrieblichen Situation.
  • Optimierung der Inputdaten für die Kanäle durch präzisere Verspätungsprognosen und eine schnellere Eingabe von Haltausfällen.
  • Maßnahmen zur Reduzierung der technischen Laufzeiten und damit Angleichung der Zeitpunkte zur Informationsbereitstellung.

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