Nachhaltigkeitsmanagement
Mehr Menschen und Güter auf der Schiene sind ein wichtiger Hebel, um die deutschen und europäischen Klimaschutzziele zu erreichen. Denn die Schiene gehört zu den klimafreundlichsten Verkehrsträgern. Um die Zukunftsfähigkeit des DB-Konzerns abzusichern und das eigene Geschäftsmodell zu stärken, will der DB-Konzern diesen Wettbewerbsvorteil weiter ausbauen. Der DB-Konzern will auch seine Kunden bei der Erreichung ihrer eigenen Klimaschutzziele unterstützen.
Der hohe Stellenwert von Nachhaltigkeit im DB-Konzern, mit Ausprägungen in den Dimensionen Umwelt, Soziales und Governance, spiegelt sich bspw. in der Verankerung von Klimaschutz, aber auch von sozialen Themen wie Mitarbeitendenzufriedenheit oder dem Anteil von Frauen in Führung in der Strategie Starke Schiene wider. Zudem ist Nachhaltigkeit auch in der variablen Vergütung von Vorstandsmitgliedern, leitenden Angestellten sowie von weiteren Mitarbeitendengruppen verankert.
- Die Verantwortung für Themen der Nachhaltigkeit obliegt der Chief Sustainability Officer (CSO). Das Amt wird von der Vorsitzenden des Vorstands (CEO) der DB AG ausgeübt. Die Perspektive der CSO ist damit bei allen wichtigen Konzernentscheidungen in einer sehr zentralen Rolle einbezogen. Auch im Hinblick auf klimarelevante Entscheidungen ist die CEO in ihrer Doppelfunktion maßgeblich an der Strategieentwicklung beteiligt. 2025 wurden vom Vorstand die Handlungsfelder Klimaschutz und Klimaresilienz als Nachhaltigkeits-Fokusthemen festgelegt. Die CEO ist ebenfalls für Arbeitssicherheitsthemen verantwortlich. Die Verantwortung für Mitarbeitendenthemen und Compliance liegt beim Vorstandsmitglied für Personal und Recht.
- Die übergreifende Koordination konzernweiter Nachhaltigkeitsthemen obliegt der Leitung Nachhaltigkeit und Umwelt, die dem Bereich Konzernstrategie zugeordnet ist. Die Leitung Konzernstrategie ist die höchste Funktion mit Zuständigkeit für nachhaltigkeitsrelevante Themen unterhalb des Vorstands und berichtet direkt an die CEO. Zu den spezifischen Aufgaben gehören u. a. die Definition der Nachhaltigkeitsstrategie, der damit verbundenen konzernweiten Ziele und Kennzahlen, deren Planung und Monitoring sowie die Planung, Steuerung und Durchführung von konzernweiten Transformationsprojekten.
- In unserem Nachhaltigkeitsboard sind alle relevanten Akteure aus der Konzernleitung und den Geschäftsfeldern vertreten. Gemeinsam verantworten die Beteiligten die Erreichung der Nachhaltigkeitsziele. Dem Nachhaltigkeitsboard obliegt dafür insbesondere die Nachverfolgung der Erreichung des vom Vorstand verabschiedeten Arbeitsprogramms Nachhaltigkeit, das jährlich weiterentwickelt wird. Im ersten Quartal 2025 wurde, dem Auftrag des Nachhaltigkeitsboards folgend, in Zusammenarbeit mit den Geschäftsfeldern und Serviceeinheiten das Arbeitsprogramm Nachhaltigkeit weiterentwickelt, das den Fokus in der Nachhaltigkeitsstrategie gezielt auf den Klimaschutz und die Klimaresilienz gelenkt hat.
- Das strategisch ausgerichtete Nachhaltigkeitsboard ist auf fachlich-inhaltlicher Ebene mit dem Konzernausschuss Nachhaltigkeit und Umwelt und seinen Fachgruppen untersetzt. Gemeinsam treiben beide Gremien Projekte und Maßnahmen mit Nachhaltigkeitsbezug konzernübergreifend voran.
- Die operative Verantwortung für fachspezifische Nachhaltigkeitsthemen obliegt den jeweiligen Fachabteilungen bzw. den Geschäftsfeldern.
- Die Compliance-Tätigkeit in der Konzernleitung fokussiert sich insbesondere auf ihre zentrale Governance-Tätigkeit. In den Geschäftsfeldern und Serviceeinheiten wird die operative Verantwortung unter Umsetzung der Compliance-Management-System-(CMS-)Mindestvorgaben der Konzernleitung wahrgenommen. Für 2026 sind Anpassungen an der strukturellen und prozessualen Ausgestaltung des CMS geplant.
- Mitarbeitendenthemen werden in der Konzernleitung von den Human-Resources-(HR-)Gruppenfunktionen unterstützt. Die konzernweite Umsetzung erfolgt in Abstimmung mit den Geschäftsfeldern. Aspekte des Arbeits- und Gesundheitsschutzes sind zentral aufgesetzt. Die Geschäftsfelder integrieren und berücksichtigen diese in ihrer Geschäftstätigkeit innerhalb der jeweiligen Managementsysteme.
Darüber hinaus steht der DB-Konzern im Dialog mit relevanten externen Stakeholdern und bewertet und steuert Regulierungsthemen. Das Ziel ist es, aus den gewonnenen Erkenntnissen Handlungsempfehlungen bzw. -vorgaben für den DB-Konzern abzuleiten. Die Umsetzungsverantwortung für die Ziele, Strategie und Maßnahmen tragen die Geschäftsfelder und Serviceeinheiten.
Übergreifend nutzt der DB-Konzern verschiedene Umfeldbeobachtungstools, mit denen Entwicklungen im Nachhaltigkeitsbereich, insbesondere laufende Umweltgesetzgebungsverfahren, kontinuierlich analysiert werden. Unser Nachhaltigkeitsradar ist Basis für den Kernprozess der Strategiedefinition, denn es legt seinen Fokus auf Chancen und Risiken und soll eine regelmäßige Überprüfung unserer Strategie und das Ableiten von Anpassungsbedarfen an diese ermöglichen. In das Nachhaltigkeitsradar fließen dafür relevante Signale aus der Regulatorik (d. h. Gesetze und Vorhaben), von Stakeholdern, aus der Wissenschaft und aus internen Entwicklungen des DB-Konzerns ein. Zudem finden Standards und Normungen sowie relevante Environment, Social, Governance-(ESG-)Ratings und -Benchmarks Eingang in das Nachhaltigkeitsradar. Der Blick auf Trends bildet den Abschluss der Betrachtung. Die Nutzung der Umfeldbeobachtungstools, die Teilnahme an ESG-Ratings und -Rankings sowie die Mitarbeit in nationalen und internationalen (Nachhaltigkeits-)Netzwerken sollen dazu beitragen, dass Trends und Treiber sowie Chancen und Risiken durch die Konzernfunktion Nachhaltigkeit und Umwelt beobachtet sowie strategisch und fachlich bewertet werden. So soll auch der konzernweite Zugang zu Fachwissen für Nachhaltigkeits- und Umweltthemen sichergestellt werden.
Nachhaltigkeitsthemen haben eine hohe Priorität im Rahmen der Strategie Starke Schiene. 2025 wurde der Aufsichtsrat quartalsweise im sog. AR-Lagebericht und der Vorstand monatlich u. a. in Steering Meetings, an denen die Mitglieder des Vorstands und die Geschäftsfeldleitungen teilnehmen, über den aktuellen Status der Nachhaltigkeitsleistungen (z. B. bezogen auf Treibhausgasreduktion, Lärmschutz, Ressourcenschutz und Frauen in Führung) unterrichtet. Die CEO/CSO wird regelmäßig zu nachhaltigkeitsrelevanten Themen (2025 u. a. durch zweiwöchentliche Jours fixes mit der Leitung der Konzernfunktion Nachhaltigkeit und Umwelt) informiert.
Hinsichtlich Compliance-Risiken wird der Vorstand regelmäßig durch den Chief Compliance Officer (CCO) über den Ausbau des Compliance-Programms sowie wesentliche Compliance-Fälle informiert. Zudem erhielt der Vorstand 2025 den Jahresbericht Compliance. Differenziert wurden die Risikolagen der Geschäftsfelder, Serviceeinheiten und Konzernleitungsfunktionen beschrieben sowie vorhandene risikoreduzierende Faktoren und Gegensteuerungsmaßnahmen aufgezeigt. Der CCO berichtet zudem einmal pro Quartal in dem vom Aufsichtsrat gebildeten Prüfungs- und Compliance-Ausschuss zu Compliance-Themen, einschließlich konzernerheblicher sowie kritischer Themen.
Nachhaltigkeit in der Vergütung
Die Ausgestaltung der variablen Vergütung von Vorstandsmitgliedern, leitenden Angestellten sowie von weiteren Mitarbeitendengruppen im DB-Konzern ist wesentlich an Nachhaltigkeitszielen mit Fokus auf eine nachhaltige Verkehrswende und daraus resultierend einer spürbaren CO₂e-Reduktion des DB-Konzerns und im Verkehrssektor in Deutschland im Einklang mit den verkehrspolitischen Zielen der Bundesregierung ausgerichtet:
- In der langfristigen variablen Vergütung (Long-term Incentive; LTI) der Vorstandsmitglieder und leitenden Angestellten mit einer LTI-Zusage sind ein Ziel zur Reduktion der absoluten Treibhausgasemissionen und Mengenziele für eine nachhaltige Verkehrsverlagerung auf die Schiene als maßgebliche Faktoren enthalten. Die Erreichung dieser Ziele ist der wesentliche Hebel sowohl für eine Reduktion der Treibhausgasemissionen des DB-Konzerns als auch im Verkehrssektor in Deutschland insgesamt.
- Darüber hinaus enthält auch die kurzfristige variable Vergütung (Short-term Incentive; STI) der Vorstandsmitglieder, leitenden Angestellten und weiteren Mitarbeitendengruppen (außertarifliche [AT-] und Tarifmitarbeitende) an den langfristigen Starke-Schiene-Zielen ausgerichtete Kennzahlen für eine nachhaltige Verkehrsverlagerung: Kundenzufriedenheit und Pünktlichkeit, Mitarbeitendenzufriedenheit sowie den Anteil erneuerbarer Energien am DB-Bahnstrommix. Zudem wird für die variable Vergütung der leitenden Angestellten und AT-Mitarbeitenden die persönliche Leistung als weitere Komponente berücksichtigt.
Der variable Vergütungsanteil für die Mitglieder des Aufsichtsrats aus der Erfüllung nachhaltigkeitsbezogener Ziele beträgt 20 %, unter der Prämisse, dass sowohl das nachhaltigkeitsbezogene Ziel als auch das finanzielle Ziel die gleiche Erfüllungsstufe erreicht haben.
Details zur Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat sind im Vergütungsbericht dargelegt.
ESG-Ratings
Das Feedback von ESG-Rating-Agenturen ist für uns ein wichtiger Maßstab und Indikator für die Anliegen unserer Stakeholder. Weiterführende Informationen sind auf unserer Investor-Relations-Internetseite verfügbar.
| Einstufungen ESG-Ratings | 2025 | 2024 | 2023 | LetztesUpdate | Skala |
|---|---|---|---|---|---|
| CDP (Klimarating) | A | A | A– | Jan. 2026 1) | A bis F |
| EcoVadis | 80/Gold | 71/Silber | 68/Silber | Jun. 2024 | Ab 2024: Platin: die besten 1% Gold: die besten 5% Silber: die besten 15% Bronze: die besten 35% |
| ISS ESG | B– | B– | B– | Nov. 2025 | A+/4,00 bis D– /1,00 |
| MSCI | A | A | A | Dez. 2024 | Leader (AA – AAA) Average (BB – A) Laggard (CCC – B) |
Alphabetische Reihenfolge.
1) CDP hat die Ergebnisse des Klimaratings 2025 im Januar 2026 bekannt gegeben.
Veränderungen in 2025:
- CDP: Im CDP-Rating hat der DB-Konzern 2025 erneut die bestmögliche Bewertung »A« erreicht und liegt damit über dem Branchendurchschnitt von »B« im Schienenverkehr. Sehr gut hat der DB-Konzern u. a. bei den Themen Unternehmensstrategie, Governance, Daten zu Treibhausgasemissionen in Scope 3 und Transparenz abgeschnitten.
- EcoVadis: Der DB-Konzern gehört 2025 mit seinem Gesamtscore von 80 zu den Top 5% der von EcoVadis bewerteten Unternehmen und den Top 1% der von EcoVadis beurteilten Unternehmen in der Eisenbahnverkehrsbranche und hat mit dieser Punktzahl seine Bewertung erneut und im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessert. Der Branchendurchschnitt liegt bei 55 Punkten. Zudem wurde der DB-Konzern mit einer Goldmedaille für seine Nachhaltigkeitsleistung ausgezeichnet. Insbesondere in den Bereichen Umwelt, Ethik und Nachhaltige Beschaffung konnten wir uns deutlich verbessern.