Digitalisierung und Innovation
DB Cargo hat eine umfassende Strategie zur Digitalisierung und Automatisierung entwickelt, um Kunden den Zugang zum Schienensystem zu erleichtern und mehr Transparenz über den aktuellen Status der Güter zu bieten. Ziel ist es, Prozesse wie die Zusammenstellung von Zügen und die Wartung deutlich zu beschleunigen. Dazu will DB Cargo seine Güterwagenflotte vernetzen und Betriebsabläufe durch digitale Technologien und automatisierte Prozesse optimieren. Folgende ausgewählte Maßnahmen sollen darauf einzahlen:
- Digitale Automatische Kupplung (DAK): Die DAK kuppelt Güterwagen mechanisch und stellt durchgehende Energie- und Datenverbindungen über den gesamten Zug bereit.
- Die erste kommerzielle Erprobung der DAK in Deutschland ist 2025 gestartet. Durchgeführt wird die Erprobung vom Projekt DAC4EU unter Leitung des DB-Konzerns. Das Projekt wird durch das BMV gefördert.
- 2025 fanden gemeinsam mit Partnern des Sektors im Rahmen des Europe’s-Rail-Projekts FP5-TRANS4M-R umfassende Testaktivitäten statt. Die Tests tragen zur Erreichung einer hohen Produktreife bei. Ebenfalls in diesem Rahmen wird an der Definition und Umsetzung von Anforderungen an Technik und Prozesse aus Sicht der Betreiber gearbeitet.
- KI-Agenten in CRM: DB Cargo setzt bereits seit 2021 auf eine zentrale CRM-Plattform für Unternehmensstammdaten, Kundenservice und Vertrieb. Unter strikter Orientierung an dem Plattformstandard werden derzeit interne Anwendungen in die Systemlandschaft konsolidiert. Die enthaltene KI-Plattform erlaubt es DB Cargo, gezielt künstliche Intelligenz zu nutzen, um Prozesse in Vertrieb und Kundenservice effizienter zu gestalten und Mehrwert zu schaffen.
- Verteilte Traktion für längere und schwerere Züge: Ein Distributed Power System (DPS; verteilte Mehrfachtraktion über Funk) ermöglicht es, mit einer Lokomotive an der Zugspitze und einer weiteren am Zugschluss nicht nur die Zugkraft um ein Drittel zu erhöhen, sondern verdoppelt auch die Rückspeisung und ermöglicht schwerere und längere Züge Die gesteigerte Auslastung der Züge führt bei gleichbleibender Transportmenge zu weniger Zugfahrten, wodurch Energieverbräuche und Treibhausgasemissionen vermieden werden können. Im März 2025 wurden finale Tests durchgeführt. Im Mai 2025 erteilte die Europäische Eisenbahnagentur die Genehmigung, mit der DPS seit Juni 2025 im Einsatz ist. Die Markteinführung wird aus Mitteln des Bundesprogramms Zukunft Schienengüterverkehr gefördert.
- Automatisiertes Fahren, Fernüberwachen und Fernsteuern: Erstmals wurden zwei Güterzuglokomotiven von DB Cargo für den Probebetrieb auf der Strecke mit modernen Technologien ausgestattet: Automatic Train Operation (ATO) und Remote Train Operation (RTO) sollen europaweit den Güterverkehr auf der Schiene effizienter, flexibler und wettbewerbsfähiger machen. 2026 startet eine einjährige Erprobungsphase auf der niederländischen Betuweroute – einer der wichtigsten und modernsten Güterverkehrsstrecken Europas. Ziel ist es, die neuen Technologien für den Sektor in Europa bestellbar zu machen.