Entwicklung im Berichtsjahr
- Preisanpassungen sowie der Wegfall von Streikeffekten aus dem Vorjahr führen zu deutlicher Umsatzverbesserung.
- Operative Ergebnisgrößen infolge zusätzlicher Belastungen aus Tarifeffekten, einer gestiegenen Mitarbeitendenzahl sowie investitionsbedingt höherer Abschreibungen unter Druck. Betriebliche und infrastrukturbedingte Schadenersatz-zahlungen an EVU auf hohem Vorjahresniveau.
- Brutto-Investitionen durch Umsetzung von Maßnahmen im Bestandsnetz deutlich höher. Aufwandsförderung des Bundes für Instandhaltungsmaßnahmen auf höherem Niveau fortgesetzt.
| DB InfraGO | 2025 | 2024 | Veränderung | |
|---|---|---|---|---|
| absolut | % | |||
| Pünktlichkeit Schiene DB-Konzern in Deutschland in % | 87,9 | 89,4 | –1,5 | – |
| Pünktlichkeit Schiene in Deutschland 1) in % | 86,5 | 88,1 | –1,6 | – |
| Anlagenqualität (Personenbahnhöfe) in Schulnote | 2,72 2) | 2,72 2) | – | – |
| Kundenzufriedenheit Fahrweg in Schulnote | 3,8 | 3,7 | +0,1 | – |
| Kundenzufriedenheit Verkehrsstation (Reisende/Besucher:innen) in Schulnote | 2,5 | 2,6 | –0,1 | – |
| Kundenzufriedenheit Verkehrsstation (Eisenbahnverkehrsunternehmen, Aufgabenträger und Bundesländer) in Schulnote | 2,9 | 2,7 | +0,2 | – |
| Kundenzufriedenheit Mieter in Schulnote | 2,1 | 2,3 | –0,2 | – |
| Zustandsnote Gesamtnetz in Schulnote | 3,00 3) | 3,03 3) | –0,03 | – |
| Zustandsnote Personenbahnhöfe in Schulnote | 3,03 3) | 3,09 3) | –0,06 | – |
| Betriebslänge per 31.12. in km | 33.389 | 33.365 | +24 | +0,1 |
| Personenbahnhöfe per 31.12. | 5.411 | 5.401 | +10 | +0,2 |
| Betriebsleistung auf dem Netz in Mio. Trkm | 1.107 | 1.102 | +5 | +0,5 |
| davon konzernexterne Bahnen | 455,0 | 448,7 | +6,3 | +1,4 |
| Anteil konzernexterner Bahnen in % | 41,1 | 40,7 | +0,4 | – |
| Stationshalte in Mio. | 159,1 | 159,7 | –0,6 | –0,4 |
| davon konzernexterne Bahnen | 47,6 | 49,3 | –1,7 | –3,4 |
| Gesamtumsatz 4) in Mio. € | 8.588 | 8.229 | +359 | +4,4 |
| davon Trassenerlöse in Mio. € | 6.823 | 6.147 | +676 | +11,0 |
| davon Stationserlöse in Mio. € | 804 | 1.039 | –235 | –22,6 |
| davon Vermietung 4) in Mio. € | 447 | 430 | +17 | +4,0 |
| Außenumsatz 4) in Mio. € | 3.164 | 3.092 | +72 | +2,3 |
| Anteil am Gesamtumsatz 3) in % | 36,8 | 37,6 | –0,8 | – |
| EBITDA bereinigt 4) in Mio. € | 1.189 | 1.208 | –19 | –1,6 |
| EBIT bereinigt 4) in Mio. € | 10 | 267 | –257 | –96,3 |
| Operatives Ergebnis nach Zinsen 4) in Mio. € | –163 | 39 | –202 | – |
| Brutto-Investitionen 4) in Mio. € | 18.301 | 15.227 | +3.074 | +20,2 |
| Eigenfinanzierte Netto-Investitionen 4) in Mio. € | 2.668 | 3.190 | –522 | –16,4 |
| Mitarbeitende per 31.12. 4), 5) in VZP | 72.941 | 71.216 | +1.725 | +2,4 |
| Mitarbeitende im Jahresdurchschnitt 4), 5) in VZP | 72.078 | 69.776 | +2.302 | +3,3 |
| Mitarbeitendenzufriedenheit in ZI | – | 3,7 | – | – |
| Frauenanteil per 31.12. 4) in % | 24,0 | 24,4 | –0,4 | – |
| Lärmsanierte Strecke gesamt per 31.12. in km | 2.422 | 2.324 | +98 | +4,2 |
| Absolute Treibhausgasemissionen Scope 1 und 2 (Fahrweg) im Vergleich zu 2019 in % | –68,7 | –9,4 | –59,3 | – |
| Absolute Treibhausgasemissionen Scope 1 und 2 (Personenbahnhöfe) im Vergleich zu 2019 in % | –85,3 | –27,2 | –58,1 | – |
1) Konzernexterne und -interne Eisenbahnverkehrsunternehmen.
2) Vorläufiger Wert.
3) Angaben mit Zeitversatz von einem Jahr, da Werte erst jeweils im April des Folgejahres vorliegen.
4) Wert für 2024 wegen der Verschmelzung der DB Kommunikationstechnik GmbH angepasst.
5) Seit 2025 ohne Praktikant:innen und Werkstudent:innen. Wert per 31. Dezember 2024 bzw. des Vorjahres wurde nicht angepasst.
Die Pünktlichkeit des DB-Konzerns sowie der Schiene in Deutschland entwickelte sich 2025 rückläufig. Einer der Hauptgründe ist das hohe Störniveau als Folge von überalterten und störanfälligen Infrastrukturanlagen u. a. bei Altstellwerken, im Bereich des Oberbaus und bei maroden Bahnbrücken. Auch das ganzjährig hohe Niveau an Langsamfahrstellen beeinträchtigt die Betriebsqualität auf der gesamten Netzinfrastruktur. Weitere wesentliche Verspätungstreiber waren die intensive Bautätigkeit in Verbindung mit kurzfristig notwendigen Baubedarfen sowie eine punktuell hohe Auslastung der Schieneninfrastruktur. Darüber hinaus stellte der Austausch von schadhaften Betonschwellen auch in 2025 eine betriebliche Herausforderung dar.
Die Qualitätsbewertung aller rund 5.700 Bahnhöfe und Verkehrsstationen im Rahmen der LuFV III erfolgt nach der Bewertung Anlagenqualität (BAQ). Das Anlagenportfolio der Verkehrsstationen umfasst mehr als 89.000 Anlagen, die nach der Methodik zur Ermittlung der Zustandsnote bewertet wurden. 2025 verschlechterte sich der Zustand der Bahnsteige leicht, während sich der Zustand von Fahrtreppen sowie von Informations- und Telekommunikationstechnik-Anlagen verbesserte.
Die Kundenzufriedenheit entwickelte sich 2025 differenziert:
- Im Bereich Fahrweg ging die Kundenzufriedenheit erneut leicht zurück. Die rund 230 Kunden, die an der Befragung teilnahmen, äußerten sich insbesondere zu Baumaßnahmen und Infrastrukturverfügbarkeit nochmals kritischer als im Vorjahr.
- Im Bereich Verkehrsstation (Reisende und Besucher:innen) war die Zufriedenheit in 2025 leicht besser als im Vorjahr. Die Anzahl der Befragungen liegt bei rund 80.000 Interviews pro Jahr. Die drei Leistungsbereiche mit der höchsten Bedeutung sind dabei: Sauberkeit, Sicherheit und das Personenaufkommen am Bahnhof. Sauberkeit und Sicherheit trugen zur positiven Entwicklung bei, während die Pünktlichkeit einen negativen Effekt hatte.
- Im Bereich Verkehrsstation (EVU, Aufgabenträger und Bundesländer) ging die Zufriedenheit gegenüber dem Vorjahr getrieben durch Aufgabenträger und Bundesländer zurück. Die EVU sind dagegen zufriedener, besonders mit der Betreuung durch das Bahnhofsmanagement.
- Im Bereich Mieter verbesserte sich die Zufriedenheit 2025 wieder. Sehr positiv entwickelte sich dabei gegenüber dem Vorjahr die Betreuung durch die Zentrale und durch die Regionen.
Die Zustandsnote Gesamtnetz wurde entwickelt, um den Infrastrukturzustand sowohl des Schienennetzes (Netzzustandsnote) als auch der Bahnhöfe (Zustandsnote Personenbahnhöfe) anhand einer einheitlichen Notenskala von 1 (neuwertig) bis 5 (mangelhaft) bzw. 6 (ungenügend) messbar und vergleichbar zu machen. Sie bündelt verschiedene Zustands- und Qualitätsmerkmale (Alter, baulicher/technischer Zustand und Verfügbarkeit) und verknüpft diese mit einem Indikator für den Instandhaltungs- und Erneuerungsbedarf. Damit bildet sie eine transparente und objektive Grundlage für die Bewertung und Steuerung der Netz- und Bahnhofsinfrastruktur.
2024 hat sich der Zustand des Schienennetzes leicht verbessert. Der Wert für 2025 liegt erst im April 2026 vor. Die Netzzustandsnote stieg leicht und lag damit erstmals seit Jahren wieder auf einem höheren Qualitätsniveau. Diese Verbesserung resultierte v. a. aus einer erhöhten Erneuerungsintensität im Oberbau.
Die Leistungsentwicklung lag in etwa auf Vorjahresniveau:
- Trassennachfrage: Wegfall von negativen Streikeffekten aus dem Vorjahr wurde durch zusätzliche baubedingte Einschränkungen fast vollständig aufgezehrt.
- Der Nachfrageanstieg konzernexterner Kunden resultierte insbesondere aus der Übernahme von Verkehren im Schienengüterverkehr. Gegenläufig wirkte ein Rückgang im Personennahverkehr, wo Verkehre abgegeben wurden.
- Die Nachfrage bei konzerninternen Kunden lag etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Der leistungsbedingte Rückgang bei DB Cargo wurde durch Zuwächse im Personenverkehr (insbesondere von DB Regio) nahezu vollständig aufgezehrt.
- Stationshalte: Entwicklung auf Vorjahresniveau. Negative Effekte aus einem zusätzlichen Verkehrstag im Vorjahr und baubedingten Ausfällen wurden durch den Wegfall negativer Streikeffekte nahezu vollständig kompensiert.
Die wirtschaftliche Entwicklung war 2025 deutlich schwächer und bleibt herausfordernd. Zusätzliche Belastungen resultierten insbesondere aus einer Ausweitung der Maßnahmen zur Verbesserung der Qualität und Verfügbarkeit der Schieneninfrastruktur, Tarifeffekten und deutlich höheren Abschreibungen infolge der Bundesfinanzierung durch Eigenkapitalerhöhungen anstelle von Investitionszuschüssen. Höhere Umsätze (im Wesentlichen aus Preiseffekten sowie dem Wegfall von Streikeffekten aus dem Vorjahr) sowie eine gestiegene Förderung des Bundes für Instandhaltungsleistungen wirkten nur teilweise kompensierend. Die bereinigten Ergebnisgrößen gingen deutlich zurück, das bereinigte EBIT war nur noch leicht positiv.
Die Ertragsentwicklung war insgesamt deutlich besser:
- Sonstige betriebliche Erträge (+14,1 %/+525 Mio. €): sehr deutlicher Anstieg, im Wesentlichen getrieben durch höhere staatliche Zuschüsse im Zusammenhang mit der Förderung von Instandhaltungsleistungen in der Schieneninfrastruktur (teilweise gegenläufiger Effekt im Materialaufwand). Maßgeblich waren zudem höhere Erträge im Zusammenhang mit Bauprojekten sowie von Leistungen für Dritte.
- Umsatz (+4,4 %/+359 Mio. €): deutlicher Anstieg infolge von Preisanpassungen und des Wegfalls negativer Streikeffekte aus dem Vorjahr. Aus Anpassungen des Trassen- und Stationspreissystems ergibt sich zudem eine erfolgsneutrale Verschiebung von Umsätzen vom Geschäftsbereich Personenbahnhöfe zugunsten des Geschäftsbereichs Fahrweg. V. a. baubedingte Einschränkungen in der Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit der Schieneninfrastruktur wirkten weiterhin belastend.
Auf der Aufwandsseite kam es zu spürbaren zusätzlichen Belastungen, insbesondere im Personalaufwand (v. a. tarifbedingt), im Zusammenhang mit Instandhaltungsmaßnahmen sowie durch investitionsbedingt höhere Abschreibungen:
- Personalaufwand (+10,6 %/+563 Mio. €): deutlicher Anstieg resultierte aus Tarifeffekten sowie einer höheren durchschnittlichen Mitarbeitendenzahl.
- Materialaufwand (+6,1 %/+295 Mio. €): spürbarer Anstieg ist maßgeblich auf eine weitere Intensivierung der Instandhaltungsleistungen zur Verbesserung der Qualität und Verfügbarkeit der Schieneninfrastruktur zurückzuführen. Preiseffekte wirkten zusätzlich aufwandserhöhend. Zudem stiegen die Aufwendungen für bezogene Leistungen, für Sicherheits- und Reinigungsleistungen sowie im Zusammenhang mit der Ausweitung von Bahnhofsmodernisierungen. Teilweise gegenläufig kompensierend wirkten aufwandsmindernde Effekte aus geringeren Energiepreisen sowie ein Rückgang der Aufwendungen für eingekaufte Transportleistungen im Bereich der Baulogistik.
- Abschreibungen (+25,3 %/+238 Mio. €): deutlicher investitionsbedingter Anstieg. Investitionen in die Schieneninfrastruktur wurden wie im Vorjahr auch durch Eigenkapitalmaßnahmen des Bundes finanziert. Dies führt zu höheren abschreibungspflichtigen Vermögenswerten und in der Folge zu einem grundsätzlich höheren Niveau der Abschreibungen. Im Gegensatz zu durch Eigenkapital finanzierten Investitionen werden Investitionszuschüsse direkt von den Anschaffungs- und Herstellungskosten der bezuschussten Vermögenswerte abgesetzt.
- Sonstige betriebliche Aufwendungen (+6,1 %/+176 Mio. €): Zunahme resultiert ganz wesentlich aus höheren Projektaufwendungen. Zudem stiegen u. a. die Aufwendungen für Fahrzeugmieten und IT-Leistungen. Teilweise kompensierend wirkte u. a. eine geringere Konzernumlage.
Die Investitionen stiegen v. a. infolge höherer Investitionen in das Bestandsnetz deutlich an. Dieser Anstieg resultierte aus höheren Zuschüssen des Bundes. Die eigenfinanzierten Netto-Investitionen gingen zurück.
Die Zahl der Mitarbeitenden ist maßgeblich durch Zugänge insbesondere in den Bereichen Betrieb und Instandhaltung gestiegen. Aus konzerninternen Übertragungen von Mitarbeitenden im Zusammenhang mit organisatorischen Anpassungen ergab sich ein zusätzlicher Anstieg.
Der Frauenanteil per 31. Dezember 2025 sank gegenüber dem Vorjahresende.
Die Gesamtkilometer lärmsanierter Strecke sind durch die weitere Umsetzung von Maßnahmen gestiegen. Weitere Informationen in der ungeprüften Nachhaltigkeitserklärung im Kapitel Betroffene Gemeinschaften (ESRS S3).
Die absoluten Scope-1- und -2-Treibhausgasemissionen aus dem Betrieb sind in beiden Geschäftsbereichen im Vergleich zu 2019 weiter deutlich gesunken. Wesentliche Ursache hierfür ist die zu Jahresbeginn 2025 erfolgte Umstellung des stationären 50-Hz-Stroms auf 100 % erneuerbare Energien für alle Bahnhöfe, Instandhaltungswerke, Bürogebäude und stationären Anlagen in Deutschland, die durch DB Energie beliefert werden.