Geschäftsmodell
DB InfraGO gestaltet und betreibt das mit über 33.000 km Länge größte Streckennetz in Europa und rund 5.700 Bahnhöfe und Verkehrsstationen.
Im Leitbild von DB InfraGO ist der Unternehmenszweck formuliert. Kernauftrag ist es, ein sicheres, leistungsstarkes und robustes Schienennetz zu gestalten und zu betreiben – mit attraktiven und leistungsfähigen Bahnhöfen.
Dieser Unternehmenszweck wurde gemeinsam mit Vertreter:innen der Branche und der Politik erarbeitet. Das Leitbild drückt den Anspruch der Gesellschaft an DB InfraGO aus. Im Mittelpunkt stehen die fünf Dimensionen Leistungsstärke, Kundenorientierung, Gemeinwohlorientierung, Nachhaltigkeit und Teamgeist. Das Leitbild definiert außerdem ein gemeinsames Kundenverständnis für alle Bereiche von DB InfraGO und bildet damit die Grundlage für ein einheitlich ausgerichtetes Handeln im gesamten Geschäftsfeld. Die Nutzer des Bahnsystems – Reisende, Wirtschaft und Bahnhofsbesucher:innen – stehen im Fokus. Eine erfolgreiche Zugfahrt kann jedoch nur im Zusammenspiel mit den Geschäftspartnern gelingen: rund 400 Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU), 27 Aufgabenträger sowie rund 1.800 Infrastrukturanschließer und rund 2.100 Gewerbemieter in den Bahnhöfen. Ziel ist es, diese Partnerschaft durch gemeinsame Weiterentwicklung von Produkten und eine aktive Mitgestaltung der Zukunft des Systems Schiene zu stärken.
Wichtigstes Produkt von DB InfraGO ist die bedarfsgerechte, zuverlässige und zukunftsorientierte Bereitstellung von Trassen. Auf dem Streckennetz werden jährlich mehr als 1 Mrd. Trkm gefahren. Die Erlöse aus der Trassennutzung stellen mit rund 79 % des Gesamtumsatzes die wichtigste Einnahmequelle von DB InfraGO dar. Die Trassenpreise werden transparent und diskriminierungsfrei im Rahmen des von der Bundesnetzagentur (BNetzA) regulierten Trassenpreissystems (TPS) festgelegt. Die Kostenstruktur ist fixkostenlastig. Zu den größten Kostentreibern gehört insbesondere das Streckennetz. Der Ressourcenverbrauch für Betrieb und Instandhaltung der Infrastrukturanlagen wird maßgeblich durch spezifische Ausstattungsmerkmale, Anforderungen an betriebliche Öffnungszeiten und den Rationalisierungsgrad in der Betriebsdurchführung beeinflusst. Da sich die Dimensionierung der Infrastruktur nur längerfristig durch Aus- und Neubaumaßnahmen bzw. gezielten Rückbau verändert, ist eine optimale Auslastung der Infrastruktur für die Leistungsfähigkeit von entscheidender Bedeutung. Vor dem Hintergrund der grundsätzlich stabilen Nachfrage der Besteller sowie der EVU und des zeitgleich steigenden Bauvolumens wird die Optimierung der Auslastung ein zentraler Aspekt bleiben.
Als größter Bahnhofsbetreiber Europas verantwortet DB InfraGO die Entwicklung, den Bau sowie den Betrieb der Bahnhöfe und Verkehrsstationen und bietet in diesem Segment ein breites Spektrum an Dienstleistungen an. Mit rund 830.000 m² Mietfläche zählt DB InfraGO zudem zu den größten Gewerbevermietern Deutschlands. An den Bahnhöfen und Verkehrsstationen liegt der Fokus auf der Verbesserung der Aufenthaltsqualität und des Angebots für Kund:innen, um ein hohes Qualitätsniveau sicherzustellen. Die Bahnhofsmanagements vor Ort stellen den Betrieb sicher. Die Ausgestaltung der Produkte und Dienstleistungen sowie die bauliche Dimensionierung der Bahnhöfe orientieren sich an den Bedürfnissen der Kund:innen und an den Anforderungen einer wirtschaftlich stabilen Infrastruktur. Die Umsätze im Geschäftsbereich Personenbahnhöfe werden im Wesentlichen aus Stationshalten (reguliert) für die Nutzung der Verkehrsstationen sowie aus der Vermietung von Gewerbeflächen (nicht reguliert) erzielt. Die Stationsentgelte unterliegen einem regulierten Preissystem, das – analog zum Trassenpreissystem – jährlich von der BNetzA genehmigt wird. Die Aufwandsseite ist durch einen hohen Fixkostenanteil geprägt.
Wichtige Partner auf der Regulierungsseite für DB InfraGO sind die BNetzA und das Eisenbahn-Bundesamt (EBA).
Für die Vor- und Nachbereitung von Zugfahrten stellt DB InfraGO verschiedene Serviceeinrichtungen zur Verfügung. Dazu zählen u. a. Abstellanlagen, Zusatzausstattungen, Ladestellen, Dispositionsgleise und Zugbildungsanlagen. Diese Serviceeinrichtungen sind in unterschiedlichen Funktionalitäten, Ausstattungsniveaus und Leistungsfähigkeiten verfügbar. Sie stellen sicher, dass die logistischen Anforderungen der EVU bedarfsgerecht erfüllt werden können. Die Nutzung der Serviceeinrichtungen ist in den Nutzungsbedingungen Netz (NBN) geregelt und erfolgt auf Basis eines regulierten Anlagenpreissystems.
Infrastrukturanschlüsse bilden die Schnittstellen zwischen der Eisenbahninfrastruktur von DB InfraGO und den Netzen anderer Eisenbahnen. Sie ermöglichen eine durchgehende Schienentransportkette zwischen Versendern und verschiedenen Empfangsstellen. Infrastrukturanschlüsse sind ein wesentlicher Bestandteil integrierter Logistikkonzepte und tragen zur Verknüpfung der Verkehrsträger Schiene, Wasser und Straße bei – insbesondere bei Transporten großer Gütermengen. Der Bund unterstützt Investitionen in Infrastrukturanschlüsse über ein Gleisanschlussförderprogramm. Bewilligungsbehörde ist das EBA.