Entwicklung der Geschäftsfelder

Transformation in ein Hochleistungsnetz

Korridorsanierungen

Im September 2023 haben der Bund und der DB-Konzern auf dem Schienengipfel des BMV ein großes Infrastrukturprogramm für das Schienennetz und die Bahnhöfe vorgelegt. Ziel ist es, den Zugverkehr nachhaltig pünktlicher zu machen und die Voraussetzungen zu schaffen, um die verkehrspoliti­schen Ziele im Personen- und Güterverkehr zu erreichen.

Ein Instrument auf dem Weg dorthin sind Korridorsanierungen, bei denen im Rahmen einer mehrmonatigen Totalsperrung alle überalterten und störanfälligen Anlagen ersetzt, die Leistungsfähigkeit der Anlagen gesteigert, Bahnhöfe ganzheit­lich gestaltet und so im sanierten Abschnitt Baumaßnahmen für mehrere Jahre vermieden werden sollen:

  • Störungsresistente Anlagen sollen für eine zuverlässigere Infrastruktur sorgen und somit die Pünktlichkeit für unsere Kunden erhöhen.
  • Eine optimale, standardisierte Streckenausrüstung soll die Leistungsfähigkeit der Infrastruktur erhöhen.
  • Verbessertes Kundenerlebnis durch ganzheitlich entwickelte, attraktive und barriere­freie Bahnhöfe.
  • Die Reduzierung verkehrlicher Einschränkungen soll zukünftig auf ein Mindestmaß reduziert werden, um mehr Planbarkeit für unsere Kunden zu schaffen.

Das Pilotprojekt für die Korridorsanierung hochbelasteter Streckenabschnitte war 2024 die Riedbahn, die Strecke zwischen Frankfurt am Main und Mannheim. 2025 wurde die Korri­dor­sanierung Emmerich — Oberhausen umgesetzt und die Korri­dor­sanierung Hamburg — Berlin begonnen.

Im ersten Quartal 2025 hat DB InfraGO die Erfahrungen aus dem Pilotprojekt Riedbahn zunächst intern ausgewertet und diese Auswertung in mehreren Workshops um Rückmeldungen der Branche ergänzt. Kern der Diskussion war die Frage der maximalen zeitlichen Parallelität von Korridorsanierungen und damit die zeitliche Abfolge des Programms. In Abstimmung mit dem BMV hat DB InfraGO daraufhin im Juni/Juli 2025 einen Branchendialog zu den geplanten Korridorsanierungen durchgeführt. Basierend auf diesen Erkenntnissen hat DB InfraGO ein Roll-out-Szenario entwickelt, das eine zeitliche Anpassung an das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität vorsieht und die Korridorsanierungen bis 2036 streckt. Aktuell sind maximal vier Korridorsanierungen pro Jahr vorgesehen.

Seit dem 1. August 2025 läuft die Korridorsanierung Hamburg — Berlin. An insgesamt 28 Bahnhöfen werden dabei umfangreiche Modernisierungs- und Instandsetzungsarbeiten durchgeführt. Im Rahmen der Korridorsanierung werden u. a. 25 Bahnsteige, drei Personenunterführungen, 17 Anlagen der Höhenfördertechnik, zwei Bahnsteigdächer sowie vier Zuwegungen erneuert. Nach Abschluss der Arbeiten sollen im Zielbild entlang der Strecke 20 Bahnhöfe als Zukunftsbahnhöfe (ZKB) in neuem, modernem Erscheinungsbild zur Verfügung stehen und den Reisenden ein deutlich verbessertes und komfortableres Reiseerlebnis bieten.

Unser Ziel ist es, alle Bahnhöfe im Rahmen der Korridorsanierungen zu Zukunftsbahnhöfen auszubauen. Das bedeutet, dass diese Bahnhöfe nach etablierten Standards modernisiert werden, um den Reisenden ein komfortables und sicheres Erlebnis mit regionalem Wiedererkennungswert zu bieten. Maßnahmen, die nicht während der Sperrpause erfolgen können oder müssen, werden nachlaufend zur Inbetriebnah­me des Korridors umgesetzt.

Um den Reiseverkehr während der Bauzeit sicherzustellen, wird im Falle einer mehrmonatigen Vollsperrung aufgrund der Modernisierung von Hochleistungskorridoren neben einem abgestimmten Schienenersatzkonzept auch ein quali­tativ hochwertigerer Busersatzverkehr eingerichtet. Teil des Ersatzverkehrkonzepts ist die Ausstattung der Ersatz­hal­te­stellen. Dabei wird – im Unterschied zum Basisersatz­verkehr – besonderes Augenmerk auf eine komfortable Aus­­stat­tung gelegt, um den Reisenden während der monatelangen Sperrung der Bahnhöfe eine möglichst gleichwertige Aufenthaltsqualität zu bieten. Eine durchgängige Wegeleitung soll sicherstellen, dass die Reisenden zuverlässig zu ihren Ersatzhaltestellen geleitet werden.

Hochleistungsinstandhaltung

Mit der Hochleistungsinstandhaltung entwickelt DB InfraGO seine Instandhaltungsstrategie weiter, um das modernisierte Hochleistungsnetz robuster und zuverlässiger zu machen. Die Strategie basiert auf drei zentralen Säulen: nachhaltige Prävention, digitale Instandhaltung und schnelle Entstörung. Ziel ist es, technische Störungen zu reduzieren und deren Auswirkungen für unsere Kunden im Personen- sowie Güterverkehr spürbar zu minimieren. Von 2024 bis 2033 steht hierfür ein zusätzliches Instandhaltungsbudget von rund 2 Mrd. € bereit.

2025 hat DB InfraGO die schrittweise Implementierung der Strategie vorangetrieben:

  • Für eine nachhaltige Prävention wurden die Lebenszyklusmodelle weiter konkretisiert und die vorausschauende, zum Teil periodische Instandhaltung in ersten Abschnitten des Hochleistungsnetzes implementiert.
  • Für eine digitale Instandhaltung wurde die infrastrukturgebundene Sensorik, etwa in Stellwerken, erweitert.Gleich­zeitig werden mithilfe fahrzeuggebundener Systeme zur Überwachung der Gleislage (Continuous Track Monitoring) zunehmend mehr Streckenabschnitte digital erfasst und analysiert.
  • Für eine schnelle Entstörung wurden die lokale Einlagerung von Weichenherzstücken sowie die personelle Bereitschaft an Bahnübergängen auf weitere hochbelastete Abschnitte ausgeweitet. Ziel dieser kurzfristig verfüg­baren Ressourcen ist es, im Störungsfall schneller reagieren zu können, damit der Zugverkehr rascher wieder anlaufen kann.

Ab 2026 wird die Hochleistungsinstandhaltung auf weitere Abschnitte des Hochleistungsnetzes ausgeweitet.

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