Ergebnisentwicklung
Die wirtschaftliche Entwicklung des DB-Konzerns wurde 2025 im Wesentlichen geprägt durch den Wegfall von negativen Streikeffekten, höhere staatliche Zuschüsse u. a. im Rahmen der Trassenpreisförderung für den Fernverkehr sowie positive Einmaleffekte aus Fahrzeugverkäufen und -finanzierungen bei DB Cargo und DB Fernverkehr sowie Schadenersatz im Zusammenhang mit Lieferverträgen für Lokomotiven bei DB Cargo. Geringere operative Verluste bei DB Cargo und Leistungszuwächse im Personenverkehr sowie die Umsetzung von Gegensteuerungsmaßnahmen zur kurz- und mittelfristigen Ergebnisverbesserung im Rahmen des Sanierungsprogramms S3 (u. a. eine qualifizierte Ausgabensteuerung) hatten einen zusätzlichen positiven Effekt. Gegenläufig kam es zu weiteren Belastungen insbesondere aus höheren Aufwendungen für Personal (Tarifeffekte). Die schwache betriebliche Qualität belastete die Entwicklung durch Umsatzverluste und höhere Aufwendungen. Weitere Informationen im Abschnitt Entwicklung der Geschäftsfelder.
Die operativen Ergebnisgrößen stiegen insgesamt spürbar an, das bereinigte EBIT war 2025 wieder positiv, nachdem es im Vorjahr noch deutlich negativ war. Insbesondere bei DB Fernverkehr, DB InfraGO und DB Cargo blieb die Situation aber angespannt.
Überleitung auf die bereinigte Ergebnisrechnung
- In der bereinigten Ergebnisdarstellung werden Sondersachverhalte eliminiert – die Überleitung auf die bereinigte Ergebnisdarstellung erfolgt in zwei Schritten: Erst werden standardmäßige Umgliederungen vorgenommen und dann einzelfallbezogene Sondereffekte bereinigt.
- Die Umgliederungen umfassen im Wesentlichen zwei Sachverhalte:
- Aus dem Zinsergebnis werden die Bestandteile umgegliedert, die nicht mit den Netto-Finanzschulden oder Pensionsrückstellungen zusammenhängen: vorwiegend Auf- und Abzinsungseffekte von langfristigen Rückstellungen (ohne Pensionsverpflichtungen) und langfristigen Verbindlichkeiten (ohne Finanzschulden). Der nicht operative Charakter dieser Bestandteile zeigt sich auch daran, dass der Einfluss auf das Zinsergebnis sehr stark vom jeweiligen Zinssatz am Abschlussstichtag abhängt.
- Die zweite Umgliederung betrifft Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, die im Zuge der Kaufpreisallokation von Akquisitionen (Purchase Price Allocation; PPA) bei der Bewertung langfristiger Kundenverträge aktiviert wurden. V. a. im Personenverkehr sind die bestehenden Verkehrsverträge ein wesentlicher Bestandteil der Kaufpreisbewertung. Um eine operative Beurteilung sicherzustellen und eine Ungleichbehandlung gegenüber anderen Verkehrsverträgen zu verhindern, werden diese Abschreibungsbestandteile aus dem operativen Ergebnis eliminiert.
- Bei der Bereinigung von Sondereffekten handelt es sich grundsätzlich um Sachverhalte, die dem Grunde und/oder der Höhe nach als außerordentlich gelten und die die operative Entwicklung im Zeitablauf wesentlich verändern würden. Unabhängig von der Höhe werden Buchgewinne und -verluste aus Transaktionen mit Beteiligungen/Finanzanlagen bereinigt. Einzelsachverhalte werden bereinigt, sofern sie außerordentlichen Charakter haben, buchhalterisch genau abgegrenzt und bewertet werden können und ihrer Höhe nach wesentlich sind.
| Überleitung auf die bereinigte Gewinn- und Verlustrechnung / in Mio. € | 2025 | Umgliederungen | Bereinigung Sondereffekte | 2025 bereinigt | 2024 bereinigt | Veränderung | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| absolut | % | ||||||
| Umsatz | 26.985 | – | 25 | 27.010 | 26.227 | +783 | +3,0 |
| Bestandsveränderungen und andere aktivierte Eigenleistungen | 4.292 | – | – | 4.292 | 4.139 | +153 | +3,7 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 6.463 | – | –152 | 6.311 | 5.568 | +743 | +13,3 |
| Materialaufwand | –13.024 | – | –10 | –13.034 | –12.993 | –41 | +0,3 |
| Personalaufwand | –17.676 | – | 583 | –17.093 | –16.327 | –766 | +4,7 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | –3.970 | – | 207 | –3.763 | –3.671 | –92 | +2,5 |
| EBITDA | 3.070 | – | 653 | 3.723 | 2.943 | +780 | +26,5 |
| Abschreibungen | –4.843 | 1 | 1.416 | –3.426 | –3.276 | –150 | +4,6 |
| Operatives Ergebnis (EBIT) | EBIT bereinigt | –1.773 | 1 | 2.069 | 297 | –333 | +630 | – |
| Zinsergebnis | Operativer Zinssaldo | –507 | 25 | 0 | –482 | –689 | +207 | –30,0 |
| Operatives Ergebnis nach Zinsen | –2.280 | 26 | 2.069 | –185 | –1.022 | +837 | –81,9 |
| Ergebnis aus at Equity bilanzierten Unternehmen | Beteiligungsergebnis | 13 | 4 | – | 17 | 18 | –1 | –5,6 |
| Übriges Finanzergebnis | –37 | –29 | – | –66 | –37 | –29 | +78,4 |
| PPA-Amortisation Kundenverträge | – | –1 | – | –1 | –2 | +1 | –50,0 |
| Ergebnis aus Sondereffekten | – | – | –2.069 | –2.069 | –324 | –1.745 | – |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | –2.304 | – | – | –2.304 | –1.367 | –937 | +68,5 |
| Ertragsteuern | 0 | – | – | 0 | –403 | +403 | –100 |
| tatsächliche Ertragsteuern | –16 | – | – | –16 | –28 | +12 | –42,9 |
| latenter Steueraufwand (–)/-ertrag (+) | 16 | – | – | 16 | –375 | +391 | – |
| Jahresergebnis (fortgeführte Geschäftsbereiche) | –2.304 | – | – | –2.304 | –1.770 | –534 | +30,2 |
| Jahresergebnis (nicht fortgeführte Geschäftsbereiche) | 7.653 | – | – | 7.653 | 1.006 | +6.647 | – |
| Jahresergebnis | 5.349 | – | – | 5.349 | –764 | +6.113 | – |
| Aktionäre der DB AG | 5.320 | – | – | 5.320 | –806 | +6.126 | – |
| Hybridkapitalgeber | 22 | – | – | 22 | 25 | –3 | –12,0 |
| andere Gesellschafter (nicht beherrschende Anteile) | 7 | – | – | 7 | 17 | –10 | –58,8 |
| Ergebnis je Aktie in € | |||||||
| unverwässert | 12,37 | – | – | 12,37 | –1,87 | +14,24 | – |
| verwässert | 12,37 | – | – | 12,37 | –1,87 | +14,24 | – |
Entwicklung im Berichtsjahr
Die Ertragsentwicklung war positiv:
- Umsatz (+3,0 %/+783 Mio. €): leichter Anstieg, getrieben durch DB Fernverkehr, DB Regio und DB InfraGO.
- Sonstige betriebliche Erträge (+13,3 %/+743 Mio. €): deutlicher Anstieg, ganz wesentlich getrieben durch den höheren Ausgleich von Instandhaltungsleistungen für die Schieneninfrastruktur durch den Bund (+0,3 Mrd. €) sowie die Trassenpreisförderung im Fernverkehr. Höhere Erträge aus dem Verkauf von Sachanlagen (im Wesentlichen aus Fahrzeugfinanzierungen und -verkäufen bei DB Cargo und Fahrzeugverkäufen bei DB Fernverkehr) sowie aus Schadenersatzleistungen (v. a. im Zusammenhang mit Lieferverträgen für Fahrzeuge) unterstützten die Entwicklung. Teilweise gegenläufig wirkte u. a. der Rückgang staatlicher Zuschüsse bei DB Regio.
- Bestandsveränderungen und andere aktivierte Eigenleistungen (+3,7 %/+153 Mio. €): deutlicher Anstieg, der v. a. aus dem höheren Bau- und Projektvolumen in der Infrastruktur resultierte.
Auf der Aufwandsseite kam es zu zusätzlichen Belastungen insbesondere infolge höherer Personalkosten:
- Personalaufwand (+4,7 %/+766 Mio. €): starker Anstieg, im Wesentlichen getrieben durch Tarifeffekte. Der leichte Rückgang der durchschnittlichen Mitarbeitendenzahl wirkte teilweise kompensierend.
Die Personalaufwandsquote verschlechterte sich auf 52,4 % (im Vorjahr: 51,6 %), da der Personalaufwand stärker stieg als die Summe aus Umsatz und aktivierten Eigenleistungen.
| Mitarbeitende | 2025 | 2024 | Veränderung | |
|---|---|---|---|---|
| absolut | % | |||
| Vollzeitpersonen (VZP) per 31.12. | 219.152 | 225.560 | –6.408 | –2,8 |
| VZP im Jahresdurchschnitt | 222.367 | 224.598 | –2.231 | –1,0 |
| Natürliche Personen (NP) per 31.12. | 227.443 | 234.925 | –7.482 | –3,2 |
Seit 2025 ohne Praktikant:innen und Werkstudent:innen.
Werte per 31. Dezember 2024 bzw. für 2024 wurden nicht angepasst.
- Die Zahl der Mitarbeitenden ging zurück. Hier machten sich insbesondere der Rückgang in den Bereichen Verwaltung und Vertrieb sowie Maßnahmen im Rahmen der Transformation von DB Cargo bemerkbar. Gegenläufig stieg die Zahl der Mitarbeitenden in den operativen Bereichen (insbesondere bei DB InfraGO und DB Regio) an.
Infolge der sukzessiven Umsetzung von Maßnahmen im Jahresverlauf 2025 ging die durchschnittliche Zahl der Mitarbeitenden weniger deutlich zurück.
- Abschreibungen (+4,6 %/+150 Mio. €): deutlicher, investitionsbedingter Anstieg (ganz wesentlich getrieben durch die Schieneninfrastruktur). Geringere Abschreibungen bei DB Cargo infolge des Verkaufs von Lokomotiven und Güterwagen sowie der Verlängerung bilanzieller Nutzungsdauern von Schienenfahrzeugen wirkten teilweise kompensierend.
- Sonstige betriebliche Aufwendungen (+2,5 %/+92 Mio. €): leichter Anstieg. Zusätzliche Belastungen resultierten u. a. aus einem höheren Projektvolumen bei DB InfraGO sowie aus dem Anstieg von Fahrzeugmieten für den internationalen Fernverkehr. Aufwandsreduzierende Effekte aus Gegensteuerungsmaßnahmen wirkten großenteils kompensierend. U. a. gingen die Aufwendungen für Beratung und IT-Leistungen, sowie infolge von umgesetzten Effizienzmaßnahmen zurück.
- Materialaufwand (+0,3 %/+41 Mio. €): Entwicklung auf Vorjahresniveau. Zusätzliche Belastungen resultierten maßgeblich aus einer weiteren Ausweitung von Maßnahmen zur Verbesserung der Qualität und Verfügbarkeit in der Infrastruktur. Seit dem Vorjahr werden diese Maßnahmen teilweise durch den Bund ausgeglichen (Gegenposition in den sonstigen betrieblichen Erträgen). Nahezu vollständig kompensierend wirkten insbesondere leistungsbedingt geringere Aufwendungen bei DB Cargo, etwas niedrigere Bezugspreise bei DB Energie sowie geringere bezogene Leistungen, sodass u. a. Aufwendungen für Provisionen zurückgingen.
- Operative Ergebnisgrößen (vor Zinsen): Das bereinigte EBIT (+630 Mio. € ) und das bereinigte EBITDA (+26,5 %/+780 Mio. € ) stiegen infolge der Ertragsentwicklung spürbar an, waren aber insgesamt weiter nicht zufriedenstellend.
- Operativer Zinssaldo (+207 Mio. €): spürbare Verbesserung, die ganz maßgeblich aus einem niedrigeren Zinsniveau sowie einem tilgungsbedingten Rückgang v. a. der kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten resultierte. In der Folge gingen die Aufwendungen im Zusammenhang mit Finanzverbindlichkeiten deutlich zurück. Unterstützend wirkte der Anstieg der Zinserträge aus Geldanlagen, die v. a. infolge des Mittelzuflusses aus dem Verkauf von DB Schenker in 2025 außergewöhnlich hoch waren.
- Operatives Ergebnis nach Zinsen (+837 Mio. €): spürbarer Anstieg, getragen durch die operative Ergebnisentwicklung sowie die Verbesserung des operativen Zinssaldos.
- Beteiligungsergebnis (– 1 Mio. €): Rückgang auf einem niedrigen Niveau, maßgeblich getrieben durch geringere Dividendenerträge von sonstigen Beteiligungen sowie eine negative Ergebnisentwicklung einzelner at Equity bewerteter Beteiligungen. Die positive Ergebnisentwicklung der EUROFIMA Europäische Gesellschaft für die Finanzierung von Eisenbahnmaterial, Basel/Schweiz, wirkte großenteils kompensierend.
- Übriges Finanzergebnis (–29 Mio. €): spürbare Verschlechterung, getrieben durch Aufwendungen aus Währungskurseffekten (im Vorjahr: Ertrag aus Währungskurseffekten). Teilweise kompensierend wirkten v. a. ein geringerer Aufwand aus abgeschlossenen Sicherungsgeschäften sowie höhere Erträge aus der Auf- und Abzinsung von Rückstellungen.
- Ergebnis aus Sondereffekten (–1.745 Mio. €): deutliche Verschlechterung, Treiber waren insbesondere Effekte aus Wertminderungen bei DB Fernverkehr. Zudem belasteten u. a. ausgeweitete Restrukturierungsmaßnahmen sowie negative Effekte aus der Neubewertung von Strombezugsverträgen infolge marktpreisbedingter Schwankungen (im Vorjahr: positive Effekte aus der Neubewertung) die Entwicklung.
| Ergebnis aus Sondereffekten / in Mio. € | 2025 | davon EBIT- wirksam | 2024 | davon EBIT- wirksam |
|---|---|---|---|---|
| DB Fernverkehr | –1.314 | ‒1.314 | – | ‒ |
| DB Regio | –2 | ‒2 | 1 | 1 |
| DB Cargo | –34 | ‒34 | 7 | 7 |
| DB InfraGO | –55 | ‒ 55 | 32 | 57 |
| DB Energie | –38 | ‒38 | 50 | 50 |
| Sonstige/Konsolidierung | –626 | ‒626 | –414 | ‒414 |
| DB-Konzern | –2.069 | ‒ 2.069 | –324 | ‒299 |
| davon Wertminderung DB Fernverkehr und DB Fahrzeuginstandhaltung | –1.416 | –1.416 | – | – |
| davon Restrukturierungsmaßnahmen | –557 | –557 | –287 | –287 |
| davon Neubewertung von Strombezugsverträgen | –59 | –59 | 50 | 50 |
| davon Rückstellungszuführung ökologische Altlasten/Umweltrisiken | – | – | –17 | –17 |
- Ergebnis vor Ertragsteuern (–937 Mio. €): spürbare Verschlechterung infolge zusätzlich belastender Sondereffekte und weiterhin negativ.
- Ertragsteuern (+403 Mio. €): deutliche Verbesserung:
- Die Verbesserung der latenten Steuern (2025: latenter Steuerertrag i. H. v. 16 Mio. €; im Vorjahr: latenter Steueraufwand i. H. v. –375 Mio. €) resultierte ganz wesentlich aus dem Wegfall des negativen Effekts im Zusammenhang mit der vollständigen Wertberichtigung der aktiven latenten Steuern der DB AG im Vorjahr (354 Mio. €). 2025 entstand der latente Steuerertrag ganz überwiegend bei ausländischen Konzerngesellschaften.
- Die tatsächlichen Ertragsteuern gingen auf niedrigem Niveau etwas zurück und betrafen auch v. a. ausländische Konzerngesellschaften (u. a. bei DB Cargo).
- Jahresergebnis (Ergebnis nach Ertragsteuern [fortgeführte Geschäftsbereiche]; –534 Mio. €): spürbare Verschlechterung infolge zusätzlich belastender Sondereffekte und weiterhin negativ.
- Jahresergebnis (Ergebnis nach Ertragsteuern; +6.113 Mio. €): sehr deutlicher Anstieg, der ganz wesentlich aus dem positiven Einmaleffekt aus dem Abgangsgewinn im Zusammenhang mit der Entkonsolidierung von DB Schenker (+7,3 Mrd. €) resultierte. Darin sind teilweise gegenläufige Effekte enthalten, die daraus resultierten, dass DB Schenker 2025 nur noch für vier Monate in den Konzern-Abschluss einbezogen wurde.