Strategie

Digitalisierung und Technik

Digitalisierung

Unser Zielbild ist eine digitale Bahn, um den DB-Konzern für Kund:innen moderner und wirtschaftlicher zu machen. Dies umfasst die Schaffung eines vernetzten, automatisierten und integrierten Gesamtsystems. Denn Digitalisierung funktioniert nur synchron: Infrastruktur, Züge und Betrieb.

Maßnahmen

Um die digitale Transformation voranzutreiben, hat der DB-Konzern im Rahmen seiner strategischen Ausrichtung umfas­sende Digitalisierungsmaßnahmen und -ziele festgelegt. Über geschäftsfeldspezifische Maßnahmen berichten wir zudem je Geschäftsfeld unter Entwicklung der Geschäfts­felder.

  • Starke IT: Im Rahmen dieses Programms hat sich der DB-Konzern zum Ziel gesetzt, die IT-Landschaft zu vereinfachen und das Management der IT neu auszurichten. Mit einer Harmonisierung und Standardisierung von IT-Systemen und -Anwendungen soll die Effizienz und Wirksamkeit der IT-Landschaft gesteigert und eine Kostenreduktion erreicht werden. Die Fortschritte wurden a­nhand von zwei Zielen gemessen: eine deutliche Reduzierung der IT-Anwendungen in den Querschnittsfunktionen bis Ende 2027 sowie des Personalbedarfs in der IT.

    2025 haben wir folgende Fortschritte erzielt:
    • Die Abschaltung von über 300 IT-Anwendungen in Querschnittsfunktionen, wie z. B. in der Datenvisualisierung oder dem Dokumentenmanagement.
    • Die Einführung einheitlicher Verantwortlichkeiten zur Sicherstellung einer konzernweit fachlich und technisch standardisierten IT-Architektur.
    • Die Konsolidierung von Gremienstrukturen zur Beschleunigung von Entscheidungen und Auflösung von Doppelstrukturen.
    • Die Etablierung eines konzernweiten IT-Portfolioprozesses, der IT-Vorhaben nach Wertbeitrag priorisiert und die Qualität sichert. So stellen wir sicher, dass IT-Investitionen priorisiert und auf Synergien geprüft werden.
    • Die Einführung eines konzernweiten Kennzahlen-Sets und standardisierten IT-Controllings, das Fortschritt, Effi­zienz und Kostentransparenz messbar macht.
  • Projekt Argo: Der DB-Konzern hat sich mit dem Projekt Argo zum Ziel gesetzt, alle bestehenden SAP-R/3-Systeme auf die SAP-S/4HANA-Plattform zu migrieren sowie Prozess- und Systemoptimierungen unter der Prämisse der Verbesserung von Wirtschaftlichkeit und Zukunftsfähigkeit (z. B. Nutzung des SAP-Standards) vorzunehmen. ­Dabei wurden 2025 u. a. folgende Fortschritte erzielt: Das Integrierte System der Instandhaltung (ISI), das Instandhaltungs- und Planungssystem (ISP) von DB Energie und das Facility-Management-System (sysFM) von DB Services wurden auf SAP S/4HANA umgestellt. Hervorzuheben sind zudem sechs Go-lives des Extended-Ware­house-Managementsystems (EWM) in verschiedenen Instandhaltungswerken sowie das Upgrade des SAP BI Netze vom Release BW on HANA auf BW/4HANA.
  • Cybersecurity: Für den DB-Konzern ergab sich 2025 eine anhaltend hohe Bedrohungslage durch staatliche Akteure und Cyberkriminelle. Es kam jedoch 2025 zu keinen Cyber­­angriffen oder Gefährdungen, die konzernweite Notfälle auslösten. 2025 konnten wichtige Fortschritte im Bereich der Informationssicherheit erzielt werden. So wurde der konzernweite Risikobericht um quantifizierte Risiken der Informationssicherheit erweitert. Der Regelwerksprozess wurde auf mehr Effizienz und Geschwindigkeit ausgerichtet. Das Cybersecurity-Konzernprogramm schreitet voran. Die Überführung der IT-Ergeb­nisse in die Linien­orga­nisation steht bevor. Der Vorstand hat im Juli 2025 die Fortsetzung des Cybersecurity-Konzernprogramms mit dem Schwerpunkt auf OT-(Operational Technology-)Security beschlossen. In einem besonderen Fokus stehen dabei relevante OT-Assets mit KRITIS-Bezug, Safety-­Relevanz oder geschäftskritische Assets mit sehr hohem Schutzbedarf.
  • KI: Künstliche Intelligenz (KI) soll sich im DB-Konzern zunehmend zu einem zentralen Hebel für Modernisierung und Transformation entlang des gesamten Produktionskreislaufs entwickeln. Der aktuelle Einsatz fokussiert sich auf die langfristige Wirksamkeit in den Kernprozessen und auf kurzfristige Effizienzsteigerungen in der KI-gestützten Softwareentwicklung sowie in den administrativen Abläufen:
    • KI in der Disposition: Mit Fokus auf die Kernprozesse unterstützt das Tool KI-Dispo die Disponent:innen durch ein intelligentes Vorschlagswesen im Berufsalltag. KI-Dispo verarbeitet in Sekundenschnelle die aktuelle Betriebssituation und generiert daraus gezielte Handlungsvorschläge für die Leitstellendisponent:innen. Die Anwendung simuliert fortlaufend die Verkehrslage auf Basis des Livebetriebs und meldet potenzielle Konflikte frühzeitig, sodass auf entstehende Verspätungen sofort reagiert werden kann. Bei den S-Bahnen Stuttgart, Rhein-Main und München ist KI-Dispo bereits im Pilotbetrieb im Einsatz, und seit 2025 läuft die Pilotierung auch bei der S-Bahn Berlin. Im Rahmen der Pilotierung wird das System kontinuierlich weiterentwickelt, um zusätzliche Einflussfaktoren für die Disposition zu integrieren. So konnten 2025 durch KI-Dispo rund 95.000 Verspätungsminuten vermieden werden.
  • Steuerungssystem Qualität Fahrbetrieb (SQF): SQF ver­arbeitet Live-Zuglaufdaten aller Züge sowie deren Verspä­tungsfälle (Störfälle und Lost Units). Die Daten werden in einer Streckenkarte visualisiert und in rund 80 Reports bereitgestellt. Seit Oktober 2025 ist in der Streckenkarte die Verortung der Langsamfahrstellen (La-Stellen) tagesaktuell einsehbar. An der Strecke werden fahrtrichtungs- und kilometergenau die Lage und die Geschwindigkeit angezeigt. Es stehen verschiedene Filter zur Verfügung, die es ermöglichen, die Auswirkung der La-Stellen auf den Betrieb zu analysieren.
  • WETTER@DB 2.0: Wetter@DB ist die zentrale Wetterdatenbasis innerhalb des DB-Konzerns. Ziel ist es, den operativen Bahnbetrieb mit den bestmöglichen Wetterinformationen auf Betriebsstellen und Streckenebene zu versorgen. Aktuell werden die Funktionalitäten und Wetterinformationen aus bestehenden Tools in einem zentralen, intelligenten Warnsystem zusammengeführt. Mehrere Expert:innenmodule liefern Darstellungen in Karten, Tabellen und Wetterberichten zu Hochwasserlagen, Blitztätigkeit, Windgeschwindigkeit und weiteren Parametern und bewarnen diese per SMS und E-Mail. Mit der Weiterentwicklung der bereits bestehenden Wetteranwendung soll der wettersensible Bahnbetrieb durch noch präzisere Informationen robuster, effektiver und energiesparender werden.
  • Digitale Instandhaltung Fahrzeuge: Die Maßnahmen zielen darauf ab, Instandhaltungskapazitäten und Pro­duk­tivität in den Werken zu erhöhen, die Fahrzeugverfüg­barkeit zu verbessern und Kosten in der Instandhaltung (IH) zu reduzieren. 2025 wurden u. a. folgende Er­­gebnisse erzielt:
    • Der Roll-out der digitalen Flottensteuerung bei DB Regio wurde abgeschlossen und das System ist flächendeckend im Einsatz,
    • der Pilot zum Digital Twin Ex­plorer (DTE) als zentrales Instrument für datenbasierte IH-Optimierung wurde bei der S-Bahn Hamburg umgesetzt und damit der Grundstein für weitere Skalierung gelegt,
    • das digitale Schraubcenter führt Mitarbeitende durch den Montageprozess für Teilautomatisierung in der Komponentenaufarbeitung bei DB Fahrzeuginstandhaltung und ist in einem ersten Anwendungsfall produktiv im Einsatz. Es unterstützt Mitarbeitende bei der Durchführung von (v. a. sicherheitsrelevanten) Verschraubungen bei Montagetätigkeiten an Komponenten und Fahrzeugen.
  • Digitale Werkbank: Die Digitale Werkbank im DB-Konzern verbessert betriebli­che Prozesse durch gezielte Digi­talisierungs- und Automa­tisierungsmaßnahmen. Hierfür werden zwei wesentliche Hebel genutzt: digitale Assistenten und KI im Betrieb. 2025 wurden neun digitale Assistenten weiterentwickelt und betrieben.
    • STG (Steuerung Gleiswechsel) ist eine Anwendung zur digitalen Steuerung von Fahrtaufträgen in der Zu­­füh­rung und Bereitstellung sowie für Rangierfahrten rund um ein Werk. STG wird an zahlreichen Standorten eingesetzt und befindet sich ab Ende 2025 in der schrittweisen Einführung bei DB Fernverkehr und DB Regio.
  • DataHub Europe: Der DataHub Europe, ein Joint Venture zwischen Schwarz Digits und dem DB-Konzern, bietet eine europäische Daten- und KI-Plattform. Ziel ist es, KI-Innovationen zu fördern, indem ein sicherer, DSGVO-konformer Rahmen für den Austausch und die Verarbeitung von Daten bereitgestellt wird – mit Rechenzentren und Cloud-Infrastruktur in Europa. Für den DB-Konzern stellt der DataHub Europe perspektivisch einen weiteren wichtigen Baustein dar, um eigene KI-Projekte – von der präventiven Instandhaltung über die Energieoptimierung bis zur Qualitätssicherung – schneller, skalierbar und dabei rechtssicher in den Betrieb zu bringen.

Informationssicherheit

Ein zunehmend vernetztes globales Umfeld und die fortschreitende Digitalisierung machen Informationssicherheit zur Priorität. Es ist für Unternehmen essenziell, Informationsrisiken rechtzeitig zu erkennen, Gegenmaßnahmen zu etablieren und auf Vorfälle schnell und entschieden zu reagieren. Unser Ziel ist der zukunftsfähige Schutz der informationstechnologischen (IT, z. B. Apps für Kunden) und operativtechnologischen (OT, z. B. Steuerungssoftware in Weichen) Infrastruktur. Insbesondere durch die zunehmende Digi­talisierung im Bahnbetrieb rückt die Absicherung der OT immer mehr in den Fokus.

Die mit der Informationssicherheit verbundenen Aufgaben und Befugnisse hat der Vorstand an den Chief Information Security Officer (CISO) des DB-Konzerns delegiert. Der CISO ist damit dem Vorstand gegenüber verantwortlich für die Informationssicherheit des DB-Konzerns und berichtet direkt an den Chief Information Officer (CIO)/Chief Digital Officer (CDO) des DB-Konzerns und den Vorstand. Zentrale Aufgabe sind die Weiterentwicklung der Informationssicherheit im DB-Konzern und der Aufbau einer nachhaltigen Informationssicherheitskultur. Dazu gehört die Etablierung zukunftsfähiger Prozesse, Maßnahmen und Lösungen auf Basis international anerkannter und umsetzbarer Standards, die für neue und bestehende IT-/OT-Projekte gelten. Zudem sind alle externen Lieferanten, die mit dem DB-Konzern zusammenarbeiten, vertraglich verpflichtet, vereinbarte Informationssicherheitsanforderungen umzusetzen.

Darüber hinaus gibt es Initiativen des Bundes zur EU-NIS-2-Richtlinie. Ziel soll es sein, kritische Infrastrukturen und essenzielle Dienstleistungen noch besser zu schützen. Für die betroffenen DB-Unternehmen wurden und werden zentrale Unterstützungen erarbeitet, um Synergien zu heben.

Auch die nationale und internationale Vernetzung ist eine Kernaufgabe, insbesondere im europäischen Eisenbahn­verkehr. Beispiele sind die Gründung der Rail-ISAC, die europäischen Eisenbahnbetreibern und -unternehmen ein Information Sharing and Analysis Center (ISAC) für die sichere Zusammenarbeit bei neuen Bedrohungen und Technologien im Bereich der Cybersicherheit zur Verfügung stellt, sowie die Zusammenarbeit mit den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) und den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) und der Austausch mit großen deutschen DAX-Unternehmen ­sowie Organisationseinheiten der Bundeswehr.

Technik

Die technologischen Innovationen des DB-Konzerns verbessern nicht nur den Betrieb, sondern bereichern auch das Reiseerlebnis unserer Kund:innen. Im engen Schulterschluss mit Politik und Industrie werden sie kontinuierlich ausgebaut und setzen im Zielbild neue Standards für die Industrie und Branche.

Maßnahmen

  • Grüne Bahntechnik: Mit dem Programm »Grüne Bahntechnik« treiben wir die ökologische Transformation des DB-Konzerns voran. Kernaufgabe ist es, technische Inno­vationen nutzbar zu machen, zu erproben und im Gesamtsystem zu skalieren, um Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit im Einklang und kurzfristig wirksam zu verbessern. 2025 lag der Fokus auf der Umsetzung und Weiterentwicklung von Projekten zur Energieoptimierung sowie zum Einsatz alternativer Kraftstoffe. Im Bereich der Traktionsenergie werden Einsparungen beim Energiebedarf von Fahrzeugen durch den reduzierten Verbrauch der Klimaanlagen in Zügen von DB Regio erreicht, indem u. a. eine auslastungsabhängige Steuerung nachgerüstet wird. Die entsprechenden Zulassungsprozesse für die BR 423 wurden 2025 durchlaufen, die Umrüstung ist für 2026 geplant.
  • Dieselausstieg: Im Hinblick auf alternative Kraftstoffe verfolgt das Konzernprogramm Dieselausstieg Schiene (DaS) das Ziel, den Dieselausstieg zur Erreichung der Klimaneutralität bis 2040 voranzutreiben. Hierbei ste­hen der zunehmende Einsatz des Biokraftstoffs Hydrotreated Vegetable Oil (HVO) als Brückentechnologie, Klima­schutzsofortmaßnahmen sowie die Erprobung und der Roll-out von alternativen Antrieben im Fokus. 2025 hat der DB-Konzern in Deutschland über 19 Mio. l Diesel durch HVO substituiert und ein Projekt zur Prüfung der Einsatzmöglichkeit von im Fischer-­Tropsch-Verfahren erzeugtem E-Diesel in Bahnmotoren initiiert. Ziel des Projekts ist die Analyse der Motorverträg­lichkeit sowie die Messung der gasförmigen und Parti­kel­emissionen.
  • Automatisierung Rangieren und Bereitstellen: 2025 wurden wesentliche Grundlagen für die sukzessive Automatisierung von Rangierfahrten und Bereitstellun­gen in Depots und Bereitstellungsbereichen geschaffen. Zur Konsolidierung aller laufenden und noch geplanten, erforderlichen Aktivitäten zur Implementierung von Remote Train Operation (RTO) und Automatic Train Operation (ATO) Grade of Automation (GoA) 3-4, wurde das Programm Automatisierung Rangierfahrt und Bereitstellung (ARB) aufgesetzt. Zudem wurde innerhalb der DB Systemtechnik der Bereich »Systeme vollautomatisches Fahren« aufgesetzt, um die erforderliche Umsetzungsexpertise sicherzustellen. 2025 wurden folgende Ergebnisse erzielt:
    • Schienengüterverkehr: Im Rahmen des Forschungsprojekts »ATO Cargo Betuweroute« wurden zwei DB Cargo-Lokomotiven mit ATO-GoA-2-4-Funktionen er­tüchtigt und ein Remote Operation Center in Kijfhoek (Niederlande) aufgebaut.
    • Schienenpersonennahverkehr: Für die S-Bahn München wurden ein Betriebskonzept sowie ein Test- und Feature-Konzept für einen RTO-Prototypen entwickelt. Am Standort München Steinhausen wurde 2025 ein 5G-Campusnetz aufgebaut, um die notwendige Konnektivität für ferngesteuertes Fahren herzustellen.
    • Schienenpersonenfernverkehr: Im Rahmen des Förderprojekts RemODtrAIn wird das Ziel verfolgt, Remote Driving umzusetzen. 2025 wurde hierzu im ersten Schritt ein Betriebskonzept erarbeitet.
  • Konnektivität: Leistungsfähige Konnektivität für Reisende und den Bahnbetrieb war 2025 ein Schwerpunkt. Gemeinsam mit Bundesregierung und Regulierungsbehörden konnten wichtige Weichen zur Realisierung gestellt werden. So wurde das Konzept »5G am Gleis« in die BNetzA-Versorgungsauflage von März 2025 aufgenommen und legt somit öNB-Mitwirkungspflichten zur Innovationsentwicklung des Mobilfunks an der Schiene bis 2030 fest. Im Frühjahr 2025 wurde das vom Bund geförderte Gemeinschaftsprojekt »Gigabit Innovation Track« (GINT), in dem sektorübergreifend technische Lösungen für die Umsetzung von 5G am Gleis erarbeitet werden, um alle in Deutsch­land tätigen Mobilfunknetzbetreiber erweitert. Zudem nahm das BMV die Pilotierung und langfristige Umsetzung von 5G am Gleis als Top-Maßnahme in die »Agen­da für zufriedene Kunden auf der Schiene«µ38 auf. Angesichts der Obsoleszenz von GSM-R besteht ein Betriebsrisiko zur Aufrechterhaltung des Bahnbetriebs. Daher arbeitet der DB-Konzern gemeinsam mit allen euro­päischen Bahnen an der Entwicklung und Implementierung des 5G-basierten Nachfolgesystems für die betriebliche Kommunikation – dem Future Railway Communication System (FRMCS).

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