Prognosebericht

Personenverkehr

VORAUSSICHTLICHE MARKTENTWICKLUNG / in %

2021

2022

Deutscher Personenverkehr (Basis Pkm)

+4,4

+8,0

Stand Februar 2022. Prognose für 2022 auf halbe Prozentpunkte gerundet.

Im Vergleich zum Vor-Corona-Niveau kam es 2020 und 2021 zu einem coronabedingten Leistungseinbruch. 2022 dürfte sich der deutsche Personenverkehrsmarkt jedoch spürbar erholen. Dennoch wird die Verkehrsleistung in allen Sekto­ren mit Ausnahme des motorisierten Individualverkehrs auf Jahresbasis noch hinter dem Vor-Corona-Niveau zurückbleiben. Die Entwicklung der Verkehrsnachfrage hängt stark vom Infektionsgeschehen, von regulatorischen Maßnahmen und von dem damit einhergehenden Mobilitätsverhalten ab. Pendlerverkehre und Geschäftsreisen werden in merklichen, aber voraussichtlich überschaubaren Teilen durch Heimarbeit und digitale Kommunikation ersetzt. Individuelle Fortbewegungsformen mit geringem Infektionsrisiko – v.a. per Pkw, Fahr­­rad oder zu Fuß – sollten bei anhaltender Corona-Pandemie gegenüber öffentlichen Verkehrsmitteln profitieren.

  • Unter diesen Umständen dürfte allen voran der motorisierte Individualverkehr das Leistungsvolumen des VorCorona-Niveaus erreichen. Steigende Kraftstoffpreise u.a. durch die 2021 in Kraft getretene CO₂-Bepreisung bleiben zunächst von untergeordneter Bedeutung. Weitere merkliche Steigerungen 2022 infolge des Ukraine-Kriegs werden die Zunahme aber dämpfen und Verlagerungen auf die Schiene begünstigen.
  • Der innerdeutsche Luftverkehr steht angesichts infektionsschutzbedingt verhaltener Nachfrage, klimapolitischer Maßnahmen und stark ausgedünnten Angebots vor einer langwierigen Erholung. 2022 wird er absehbar nur einen Teil der coronabedingten Verluste aufholen.
  • Der öffentliche Straßenpersonenverkehr nimmt voraussichtlich wieder erkennbar zu, leidet im Nahverkehr aber weiter unter Substitutionseffekten durch Pkw und Fahrrad. Fernbusverkehre dürften sich aufgrund des zurückgefahrenen Angebots und des starken Wettbewerbs durch Schienenpersonenverkehre vergleichsweise schwächer entwickeln.
  • Für den Schienenpersonenverkehr ist mit einer spür­­baren Erholung im Nah- und Fernverkehr zu rechnen. Der Fernverkehr dürfte dabei von Zugewinnen aus dem Luft- und Buslinienfernverkehr sowie einem verbesserten Angebot profitieren. Wesentliche Prämissen für diese Entwicklung sind ein rückläufiges Infektionsgeschehen, gelockerte bzw. aufgehobene Kontaktbeschränkungen und ein wieder erstarkendes Vertrauen in öffentliche Verkehrsmittel sowie der Wunsch nach einer Verkehrsverlagerung.

Auch im europäischen Personenverkehr wird die Entwicklung verkehrsträgerspezifisch und regional differenziert ausfallen. Finanzielle Schwächen und strategische Neuausrichtungen einzelner Anbieter machen eine Konsolidierung des Mobili­täts­marktes wahrscheinlich. Eine progressive Klimapolitik der Europäischen Union und ihrer Mitgliedsstaaten bleibt jedoch langfristiger Motor für die Entwicklung klimafreundlicher öf­fentlicher Mobilität – und damit insbesondere auch des Schienenpersonenverkehrs.

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