Entwicklung der Geschäftsfelder

Entwicklung der Infrastruktur

Kapazitäts- und Frequenzmanagement

Die Bedeutung des Kapazitätsmanagements für die Bahnhöfe in Deutschland nimmt stetig zu. Um das prognostizierte Reisendenwachstum zu ermöglichen, muss die Leistungs­fähigkeit der Bahnhöfe sichergestellt und mit geeigneten Maßnahmen weiterentwickelt werden. Der Deutschland-Takt fließt maßgeblich in die Reisendenprognose 2040 ein, auf deren Datengrundlage die Abschätzung etwaiger Kapazitätsbedarfe für die Bahnhöfe erfolgt.

Seit 2021 wurden bereits nahezu 280 Verkehrsstationen mittels eines Kapazitäts-Checks analysiert. Mithilfe der Kapa­­zitäts-Checks wurden kapazitative Hindernisse und Engstellen standardisiert festgestellt und Maßnahmen zur Behebung eingeleitet. Einige Kurzfristmaßnahmen wurden bereits erfolg­­­reich umgesetzt, wie bspw. das Beräumen von Bahnsteigen.

Im Rahmen der Kapazitäts-Checks wurden je nach benötigter Detailstufe makroskopische und mikroskopische Personenstromanalysen durchgeführt, um die Reisendenströme am Bahnhof zu simulieren. Für den Fall, dass an einer Station Bauprojekte bzw. Maßnahmen geplant sind, können deren Auswirkungen und Effekte auf die Personenströme mithilfe von Szenarien abgeschätzt werden.

Mit der Pilotierung der sog. Hochleistungsbahnsteige in Mannheim Hbf, Hamburg Hbf und Frankfurt-Galluswarte verproben wir die optimale Ausnutzung bestehender Bahnsteigflächen im Bestand. Durch eine Beräumung der Bahnsteige und die Anwendung eines einheitlichen Ordnungssystems an allen Bahnsteigen sollen die bestehenden Verkehrsflächen besser genutzt werden und die Reisenden sich dadurch besser auf den Bahnsteigen verteilen. Dies soll Engpässe und Überfüllungen verhindern. Zusätzlich wurden Decken- und Bodenbeklebungen angebracht und die Beschilderung erneuert und erweitert.

Das Frequenzmanagementsystem ist ein wichtiges Instrument zur Erkennung von Kapazitätsengpässen. Mit einer Echtzeitmessung mittels Videotechnik lassen sich ein Anstieg des Reisendenaufkommens frühzeitig erkennen und geeignete Maßnahmen zur Vermeidung von akuter Überfüllung ergreifen. Neben der Echtzeitmessung zur Vermeidung von Überfüllungen können die Videodaten dazu genutzt werden, längerfristige Maßnahmen abzuleiten oder deren Effekt zu verifizieren. Dadurch können im Zweifelsfall zum Teil umfang­reiche und kostenintensive bauliche Maßnahmen vermieden werden. Per 31. Dezember 2023 waren 28 Bahnhöfe mit einem Frequenzmanagementsystem ausgestattet. Im Rollout planen wir insgesamt 100 Stationen mit einem Frequenzmanagementsystem auszustatten.

Modernisierung, Inbetriebnahme und Neubau von Bahnhöfen

  • Dortmund Hauptbahnhof: Der Bahnhof wird nach Abschluss der Modernisierung (voraussichtlich im ersten Quartal 2025) komplett stufenfrei nutzbar sein und eine barrierefreie Vernetzung verschiedener Verkehrsmittel ermöglichen. Ende April 2023 ging der fünfte der acht zu modernisierenden Bahnsteige nach weniger als einem Jahr Bauzeit wieder in Betrieb, der sechste Bahnsteig folgte im Dezember 2023.
  • Duisburg Hauptbahnhof: Seit Mitte 2022 laufen die Arbeiten zur Erneuerung aller Bahnsteige und dem Bau des neuen Hallendaches am Hauptbahnhof Duisburg. Das Konzept sieht einen bahnsteigweisen Rückbau des Bestandsdaches und parallelen Neubau des geschwungenen, wellenförmigen Glasdaches, der sog. Duisburger Welle, sowie der zugehörigen Bahnsteige vor. Im Juli 2023 wurde der erste der sechs Bahnsteige inkl. zugehörigem neuen Hallendach nach Neubau wieder für den Verkehr freigegeben. Das Gesamtprojekt, bei dem auch ein Großteil der Oberleitung im Bereich des Hauptbahnhofs erneuert wird, läuft nach aktueller Planung bis 2028.
  • Hannover Hauptbahnhof: Am Hauptbahnhof Hannover erfolgt seit Sommer 2022 sukzessive die Erneuerung aller Bahnsteige, Bahnsteigdächer und einiger Brückenbauwerke oberhalb der Ebene des Personentunnels. Im Sommer 2022 begannen die Arbeiten am ersten Bahnsteig und sollen bis Anfang 2024 abgeschlossen werden. Ebenfalls in 2024 ist geplant, mit der Erneuerung des zweiten Bahnsteigs zu beginnen. Da sich die Bauarbeiten an den Bahnsteigen aus betrieblichen Gründen auf die Zeit um die jeweiligen Sommerferien eines Jahres konzentrieren, kann die Erneuerung aller sechs Bahnsteige und damit zusammenhängenden Anlagen voraussichtlich erst nach 2033 abgeschlossen werden.
  • Ostbahnhof Berlin: Am Ostbahnhof Berlin gehen die Bauarbeiten am Hallendach planmäßig voran. Seit Mai 2021 werden die Gerüstplattformen errichtet, um die Erneuerung der gesamten Dachhaut, den Einbau neuer Oberlichter und die Erneuerung des Korrosionsschutzes an allen Dachbindern durchzuführen. Durch die gewählte Form der Bauausführung kann der Zug- und Reisendenverkehr während der Arbeiten am Dach fast durchgängig aufrechterhalten werden. Die Hauptmaßnahmen sollen bis Ende 2024 abgeschlossen sein.
  • Bahnhof Hamburg-Altona: In Hamburg-Altona wird ­­der Kopfbahnhof für den Fern- und Regionalverkehr als Halte­punkt verlegt. Die heutige S-Bahn-Station Diebsteich wird durch den zusätzlichen Ausbau zum Durchgangsbahnhof. Es werden insgesamt vier Bahnsteige und ein Empfangsgebäude errichtet. Die Arbeiten haben bereits begonnen. Bis August 2024 wird der S-Bahnsteig in Betrieb genommen. Die drei Fern- und Regionalbahnsteige werden voraussichtlich erst nach 2027 fertiggestellt, da der aktuell diskutierte Verbindungstunnel in Hamburg Einfluss auf die Lage und Anbindung des neuen Bahnhofs hätte.
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