Chancen- und Risikobericht

Produktion und Technik

Im Personenverkehr verschlechtert eine Beeinträchtigung der Produktionsqualität (insbesondere der Pünktlichkeit) die Qualität der Dienstleistung und kann zu Kundenverlusten führen. Auch im Schienengüterverkehr ist die Pünktlichkeit für unsere Kunden ein wesent­liches Kriterium bei der Verkehrs­trägerwahl.

Aufgrund des Infrastrukturzustands oder infolge nicht bekannter Schwächen im Anlagenzustand kann nicht ausgeschlossen werden, dass ungeplante Instandhaltungsmaßnahmen vorgenommen werden müssen (z. B. Ad-hoc-Instandsetzung Brücken oder Austausch schadhafter Betonschwellen). Dies kann zu höheren Kosten und Langsamfahrstellen führen.

Die Verfügbarkeit, die Kapazität und der Zustand der Schieneninfra­struk­tur sind wesentliche Voraussetzungen für einen leis­tungs­fähigen Schienenverkehr. Zum langfristigen Er­halt der Zu­kunfts­fähigkeit der Schiene ist es auch notwendig, die In­frastruk­tur zu digitalisieren und zu automatisieren.

Die Nutzungsintensität auf dem deutschen Schienennetz hat sich deutlich erhöht. Die steigende Nachfrage trifft dabei auf eine Schieneninfrastruktur, die nicht in einem entsprechen­den Maße kapazitativ erweitert wurde. Gleichzeitig hat sich der Zustand der Infrastruktur verschlechtert. Um die Moderni­sierung voranzutreiben, wird auf einem sehr hohen Niveau gebaut. Diese Baumaßnahmen kosten allerdings zusätzliche Kapazität. Mit steigender Auslastung wachsen Staueffek­te und Unpünktlichkeit expo­nentiell an. Die Intensität der Bautätigkeit im Netz hat bereits spürbar zuge­nommen und wird voraussichtlich weiter zunehmen. Das kann auch starke Auswir­kungen auf die Betriebsprogramme und die Produktionsqua­lität der Trans­porteure haben, die teilweise nicht kompen­siert werden können. Infolge der Umsetzung der ab Mitte 2024 geplanten umfangreichen Generalsanierungen können Leistungs- und Umsatzbelastungen über das in der Pla­nung ent­­haltene Maß hinaus eintreten. Zudem können sich zusätzliche Aufwandsrisiken im Rahmen der Umsetzung ergeben.

Das Angebot und die Qualität unserer Leistungen hän­gen in hohem Maße auch von der Verfügbarkeit und der Zuverläs­sigkeit der eingesetzten Produktionsmittel, der zu­ge­kauften Vorleistungen sowie der Leistungsqualität von Partnern ­ab. Hierzu führen wir einen intensiven Qualitätsdialog mit ­den relevanten Lieferanten und Geschäftspartnern. Dies gilt insbesondere für die Fahrzeugindustrie. Aus­­lieferungsverschiebun­gen von Neufahrzeugen können Erlösausfälle und Mehrkosten z. B. durch Ersatzverkehre oder Pönalezahlungen verursachen.

Eine ausreichende Verfügbarkeit un­se­rer Fahrzeugflot­te ist besonders kritisch. Signifikante Einschrän­kun­gen ge­­­­­­fähr­­den den fahr­plan­gemäßen Betrieb. Im Regionalverkehr be­steht zusätz­lich das Risiko von Pö­nalen im Fall von Zugaus­fäl­­­­­­­len oder unzureichender Pünktlichkeit. Wir ver­suchen die­­­sem Risiko durch Vorsorge­maß­nahmen ent­ge­genzu­wir­­ken und die Folgen bei Eintreten z. B. durch die Stellung von Ersatz­fahrzeu­gen oder die Einrichtung von Er­satz­ver­kehren zu minimieren.

Die technischen Produktionsmittel im Schienenver­kehr müssen den geltenden und sich möglicherweise ändern­den Normen und Anforderungen entsprechen, sodass es zur tech­nischen Beanstandung von Fahrzeugen kommen kann. Hier besteht das Risiko, dass einzelne Baureihen oder Wa­gen­ty­pen gar nicht oder nur unter Auflagen wie ge­rin­geren Ge­schwin­digkeiten, kürzeren Wartungsintervallen oder geringeren Rad­satzlasten eingesetzt werden dürfen. Zudem können neue Fahrzeuge, die mit Mängeln behaftet sind oder keine Zulassung bekommen, von uns nicht abge­nommen werden. Infolge von technischen Defekten oder Auflagen kann es zu Umrüstungserfordernissen an Fahrzeugen kommen, die zu erheblichen Einschränkungen der Verfügbarkeit oder sogar zu temporären Einsatzverboten führen können.

Im Regionalverkehr kann ein Risiko aus der Freisetzung von Fahrzeugen nach dem Auslaufen oder der Neuvergabe eines Verkehrsvertrags resultieren. Als Gegenmaßnahme wer­den alternative Verwendungsmöglichkeiten ge­prüft.

Die zunehmende Digitalisierung führt dazu, dass das Aus­maß der Abhängigkeit von rund um die Uhr verfügbarer und siche­rer IT zunimmt. Daraus resultieren IT-, Telekom­mu­ni­ka­tions- und Cyberrisiken wie die Unterbrechung der Verfügbarkeit von IT-/OT-Systemen, die zu schwerwiegen­­den Ge­schäfts­unter­brechungen führen können, oder der unautorisierte Zu­gang Dritter zu Kundendaten.

Dem begegnen wir durch ein vorausblickendes Infor­ma­tion­­s­sicherheitsmanagement, das für die notwendige Absiche­rung der informationsgestützten Geschäftsprozesse sorgt. Ein hierfür wesentliches Instrument ist das Risikomanagement für Informationen, IT-Anwendungen und IT-Infrastruktu­ren/-Services. Die relevanten Risiken werden identifiziert, analy­siert, bewertet und reduziert. Die verbleibenden Risiken wer­den dokumentiert sowie ggf. an entsprechende Stellen gemel­det und überwacht. Unser Informationssicherheits­ma­nagement folgt internationalen Standards wie ISO 27001/27002:2022 sowie branchenspezifischen Standards.

Um kritische technische Sicherheitslücken zu minimieren, wer­den zahlreiche Gegenmaßnahmen (wie Firewalls, Ver­schlüs­se­lung, angemessene Netzwerksegementierung und zeit­nahes Einspielen von Softwareaktualisierungen) eingesetzt. An­ge­messene Re­dundanz der IT-Systeme (auch über mehrere Stand­orte hin­weg) erhöht die allgemeine Ausfallsicherheit kritischer Geschäftsprozesse, Applikationen und Infrastrukturen. Auch die Netzwerk- und Cloud-Infrastruk­tur ist dort redundant aus­gelegt, wo In­for­mations­sicher­heit und Geschäftskontinui­tät dies erfordern.

Für die wichtigsten Prozesse und IT-Anwendungen wer­den systematisch und regelmäßig Penetrationstests und Red-­Team-Stresstests durchgeführt, um Schwachstellen früh­zei­tig zu erkennen und zu beseitigen.

Insgesamt reduzieren diese Maßnahmen das Risiko von Angriffen, den daraus resultierenden Ausfällen von IT-/OT-Systemen, der Störung von Kommunikation oder des Diebstahls vertraulicher Informationen.

Im Güterverkehr können sich in der Geschäftsabwicklung Un­regel­mäßig­keiten ergeben, wie z. B. Zollverstöße und Diebstähle. Dem begegnen wir u. a. durch die Einbindung qua­li­fizierter Zollkoor­di­na­to­r:innen sowie mit einem Sofort­melde­system bei Steuer­beschei­den.

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